Reise blog von Travellerspoint

Ein neues Zuhause finden...

... das Meer ruft!

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28-12-2011
Guadalajara Busbahnhof 12:16 local time

Hallo ihr alle,

Jetzt ist es schon wieder ein paar Tage her seit ich mich am Göteburger Flughafen ins Flugzeug gesetzt habe. Endlich war ich auf dem Weg ins nächste groβe Abenteuer. Wie immer ist in den letzten 5 Tagen unheimlich viel passiert sodass mir die 5 Stunden Busfahrt die mir bevorstehen gerade recht kommen um alles zu verdauen.

Mein letzter Beitrag kam aus Heathow, von einem super bequemen Stuhl oder eher Bank, keine Armlehnen die im Weg sind und es war gut warm. Hätte ganz einfach nicht besser sein können für eine Übernachtung am Flughafen, aber so einfach wars dann doch nicht. Kurz nach Mitternacht, als ich gerade eine gute Liegeposition auf meiner Bank gefunden hatte, kamen doch wirklich zwei Wächter und fragen mich ob ich auf den letzten Flug warte oder was ich hier mache. “Ich warte auf meinen Flug morgen früh”, war nicht gerade die schlauste Antwort, aber wer hätte schon damit gerechnet dass Europas gröβter Flughafen am heilig Abend über Nacht zumacht. Naja, auf jedenfall musste ich dann meine Sachen zusammen packen und mich in die schon relative lange Schlage von genauso schockiert aussehenden Mitleidenden einreihen. Auf gings, durch einen, schon fast gespenstig dunklen Rieβenflughafen, zu dem einzigsten Grenzpolizisten der noch in Sichtweite war, Passkontrolle und dann 4 Grad kaltes Londoner Weihnachtswetter. Aber Glück im Unglück, die Ankunfsthalle war noch offen, auch wenns dadrin nur ein bisschen wärmer war, gabs zumindest ein paar Plastikstühle. Nach drei Stunden machte der Flughafen auch schon wieder auf, Passkontrolle, Sicherheitskontrolle und zurück war ich auf meiner warmen gemütlichen Bank, wo ich wirklich noch zwei Stündchen Kvalitetsschlaf bekam.

Die zehn Stunden Flug nach Dallas habe ich damit verbracht meinen restlichen Schlaf nachzuholen, ich bin nicht ein einzigstes Mal aufgestanden und bin nur aufgewacht um das lausige amerikanische Abendessen herunterzuwürgen. Zum ersten Mal hatten auch die amerikanischen Einreisebehörden kein persönliches Problem mit mir und nur 5 Stunden nach der Landung saβ ich endlich im Flieger Richtung Gaudalajara. Als ich dann, nach fast zweitägiger Reise, auf mexikanischem Boden stand hatte ich sogar vergessen dass es Weihnachten war. Aber das war vielleicht gar nicht so schlecht denn wer will schon heilig Abend damit verbringen vor einem Londoner Flughafen zu frieren. Nach meiner so langen Reise habe ich dann beschlossen dass ich es verdiene mir ein Taxi zum Hostel zu nehmen. Oh wie entspannt, einfach dem Fahrer einen Zettel mit der Adresse in die Hand drücken und dann staunend aus dem Fenster schauen und direkt vor der Tür abgeliefert zu werden, anstatt nachts mit Rieβenrucksack und zwei Koffern mit mexikanischen öffentlichen Verkehrmitteln Bekanntschaft zu schlieβen. Um halb elf lag ich dann endlich mal wieder in einem richtigen Bett in einem Hostel im Zentrum von Guadalajara und war eingeschlafen bevor ich es geschafft hatte mein Bett zu überziehen.

Nach fast 13 Stunden Tiefschlaf bin ich dann wie von Bienen gestochen aufgewacht, superneugierig auf die Stadt wo ich jetzt also die nächsten Monate wohnen werde. Nach einem Frühstück das aus undefinierbarem brotänlichem Teig und warmem, nach Kaffe schmeckendem Zuckerwasser bestand, gings los die Sadt kennenzulernen. Das war vielleicht doch etwas zuviel verlangt, Guadalajara hat nämlich so ungefähr 8 Millionen Einwohner und nach ein paar Stunden zu Fuβ musste ich dann doch einsehend dass sogar das Stadtzentrum rieβig ist.
Ich bin also ein paar Stündchen fleiβig durch die Stadt marschiert, immer mal wieder ein Käffchen getrunken, ein paar Tacos gegessen und mein Leben genossen. Immer deutlicher wurde das Gefühl dass ich mal wieder richtig gewählt habe. Die Stadt ist relative modern, für mexikanische Verhältnisse, und trotz allem sehr südamerikanisch. Man kan keine fünf Meter vor die Haustür gehen ohne dass einem einer hinterherpfeift. Wie auch in Nicaragua kriegt man hier die bizzaresten Angebot entgegengeschrien, aber mit einem Lachen und einem ”No gracias” kommt man lebend wieder heim.
Nach noch mehr Tacos zum Abendessen war ich um acht Uhr schon wieder im Bett, todmüde aber hochzufrieden mit dem Gedanken hier jetzt die nächste Zeit zu leben.

Gestern verbrachte ich zum gröβten Teil mit eher praktischen, organisatorischen Aufgaben. Zuerst habe ich es wirklich geschaft mir ein Bett in einem voll ausgebuchtem Hostel in Puerto Vallarta zu sichern. Puerto Vallarta soll eine kleine turistische Stadt am Pazifik sein und Neujahr am Strand wollte ich schon immer mal erleben. Dann hab ich mir ein neues Handy geleistet: 20 Euro und für das Geld kan ich SMS verschicken und telefonieren. Gar nicht schlecht, es funktioniert sogar und ihr könnt mich unter folgender Nummer anrufen: +52 1 3310538347. Ich glaube ich kann sogar SMS aus Europa empfangen aber nicht verschicken. Auβerdem hab ich endlich damit angefangen mich der Wohnungsfrage zu widmen und ich hatte mal wieder super Glück. Das Mädel das im Hostel arbeitet ist auch auf Wohnungsuche und hat mir gleich mal gezeigt wie man hier was findet. Daraufhin habe ich mich auf so ner Internetseite registriert und mal kräftig intressierte Emails an alle möglichen Leute verschickt und eine Annonse ins Netz gestellt.

Gegen Abend dann kamen endlich ein paar Leute ins Hostel, bis dahin war ich fast alleine dort. Hab dann auch gleich einen Physiker aus Luxenburg und eine Zeichensprachübersetzerin kennenglernt und wir haben uns dann ein richtig typisch mexikanisches Luxusabendessen gegönnt. Hühnchen mit Bohnen in einer Schokladsoβe. Gar nicht schlecht, kan ich nur weiterempfehlen. Ein gelungerner Abend ging dann damit zuende dass ich zwei junge hübsche Spanier kennegelernt habe, die mit ihrem ungefähr siebzig jährigem Papa per Anhalter durch Mexiko reisen.
Schon im Bett kam ein Kerl in unseren Mädelsschlafsaal und fragte ob hier ne Sarah schläft. Und wer glaubts, aber er kommt aus Deutschland und wird an der selben Uni studieren wie ich.

Heute morgen, alles fertig gepackt und schon fast auf dem Weg ans Meer, schaue ich nochmal nach meinen Mails und siehe da: 27 Antworten auf meine Wohnungsanfragen. Ich glaube die Wohnungssuche wird weniger problematisch als gedacht.
Nun sitzte ich in einem superluxus Bus auf dem Weg nach Puerto Vallarta und freue mich auf ein sicher sehr feucht fröhliches Neujahrsfest am Meer. Der Bus hier ist wirklich schon fast ein fahrendes Flugzeug. Man hat seinen eigenen Fehrseh, bekommt Essen und Trinken, die Klos sind getrennt für Frauen und Männer und wenn man Richtung Mexiko City fährt bekommt anscheinened jeder ein Ipad für die Reise. Und das beste ist, bevors losgeht wird einem ein Video mit den Sicherheitsmaβnahmen an Bus gezeigt.

Jetzt wird mein MP3-player gesucht, meine Ohrstöpsel in die Ohren gestopft und aus dem Fenster geschaut. Manchmal meint es das Leben einfach nur gut mit einem.

Bis bald ihr Lieben.

Eingestellt von Sarah_S 11:20 Archiviert in Mexiko

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