Reise blog von Travellerspoint

Neujahr...

... feiern wie ein Mexikaner

sunny 30 °C

Bus von Puerto Vallarta zurück nach Guadalajara
10:30 Ortszeit 02-01-12

Vier total verrückte Tage sind vergangen, so verrückt dass ich selbst kaum glauben kann dass sie geschehen sind.
Nach ungefähr vier Stunden Busfahrt, einigem hin und her, vor und zurück mit den öffentlichen Verkehrmitteln in Puerto Vallarta kam ich in meinem vorgebuchten Hostel an. Leider so ungefähr 8 Stunden zu spät, hatte mich etwas verrechnet. Hoffend dass mein mühsam erkämpftes Bett jetzt nicht jemand anderen beherbergte, habe ich mein hübschestes Lächeln aufgesetzt und auf durch die Eingangstür. Und ratet mal was mich da erwartete; zwei total besorgt und sauer aussehende Mexikaner sodass ich dachte weiβ der Himel was wäre passiert. Beide springen auf und schreien mir schon fast entgehen: ”Bist du die Sarah?”. Ich weiβ wirklich nicht wieso, aber irgendwie scheint sich die ganze Welt Sorgen um mich zu machen, selbst wenn ich nur per Email bekannt bin. Nachdem ich es dann geschafft hatte die zwei Jungs davon zu überzeugen dass ich sehr wohl auf mich selbst aufpassen kann, gabs ein Willkommensbier und damit fingen vier völlig verrückte Tage an. Soviel feiern am Streck habe ich noch nie erlebt.

Gleich am selben Abend habe ich eine Gruppe Mexikaner kennengelernt und nach einer ganzen Menge Tequilla hatten wir beschlossen uns am nächsten Tag Richtung Yelapa aufzumachen. Das sollte ein sehr abgeschieder, nur mit Boot zu erreichender Strand mit kleinem Ureinwohnerdorf sein. Meine neuen mexikanischen Freunde hatten geplant dann dort zu Zelten und ich wollte mit dem letzten Boot wieder zurück ins Hostel fahren. Aber es kommt ja immer anderst als man denkt. Nach zwei Stunden Schlaf war um zieben Uhr schon das erste Bier zum Frühstück bestellet und schon gut fröhlich überstanden wir auch die etwas unsichere überfahrt. Diese verlassen Geheimtippsstelle entpuppte sich jedoch als völlig überlaufener Turistenstrand, wo es von dicken Amerikanern nur so wimmelte und die Preise schon fast schwedisches Niveau erreichten. Campen war anscheinend auch verboten. Wir verbrachten also unseren ganzen Mittag damit irgendwo ein paar Tacos zu finden die uns nicht in den Bankrott treiben würden und suchten nach einer Unterkunft für meine Freunde. Als alles das geschafft war und wir zurück an den Strand kamen um endlich etwas das gute Wetter und das Meer zu genieβen, war dieser fast völlig leer. Das letzte Schiff war schon abgefahren, So kanns gehen wenn man ohne Uhr lebt. Mit einem ziemlich schlechten Gewissen blieb mir also nichts anderes übrig als in Yelapa zu übernachten. Zum Glück war ich mit einer Gruppe Latinos unterwegs, weil das Haus dass sie über die Nacht gemietet hatten, hatte nur 2 Betten und eigentlich war gedacht dass die Jungs in einem und die Mädels in dem anderen schlafen. Aber nun wollte man mir das als Gast nicht antun, also bekam ich eins der Betten, die Mädels das andere und die Jungs den Boden. Wärend die Mädels das Haus putzten (hier wird mindestens zwei mal am Tag geschwischt) und unsere Abendessen vorbereiteten, suchten die Jungs und ich uns eine gute Stelle am Strand und öffneten schon mal dem Abend seine erste Flasche Tequilla. Der Abend wurde super schön, wir waren ganz alleine am Strand, es gab kein Licht und keinen Lärm, ein total klarer Himmel und die Wellen die die Stille unterbrachen. Nach Stunden langem Geschichten erzählen, dass oft von herzhaftem etwas aufgebend klingendem Lachen unterbrochen wurde (wenn ich mal wieder absolut nichts verstand oder etwas erzählte dass niemand verstand), kuschelte ich mich gegen vier Uhr morgens ins Bett.

Nach einem Tag am Strand, und einem ordentlichen Sonnenbrand nahmen wir das letzte Schiff zurück nach Puerto Vallarta und dieses Mal war die Begrüβung im Hostel noch unfreundlicher. Ber zumindest bekamen es dieses Mal die Kerle in unsere Gruppe ab und nicht ich. Alle in diesem Land scheinen wirklich zu glauben dass alle anderen durch und durch schlecht und gefährlich sind.

Nach einer langen wirklich notwendigen Dusche, wo ich eine super nette Australierin getroffen habe, waren wir und 20 andere vom Hostel auf dem Weg Puerto Vallartas Nachtleben zu erforschen. Die meisten, noch immer gut beieinander vom Vorabend, schienen wirklich nicht im mindesten müde zu sein und meine Befürchtung dass es ein kurzer Abend werden könnte war völlig unbegründet. Ich selbst, die schon zur älteren Befölkerung gehört, hatte dagegen ganz schön damit zu kämpfen den Abend zu überleben, da ich nach mehr als 48 Stunden Alkoholkonsum völlig fertig war. Um halb sieben morgens, nach stundenlangem Salsa und Reggaeton getanze im teuersten Club der Stadt, hatte ich es dann endlich geschafft die Jungs zu überzeugen dass ich wirklich keinen Schritt mehr tun konnte und nach ein paar Tacos auf dem Heimweg war ich gegen acht Uhr endlich wieder im Bett. Um vier Uhr weckte mich meine Australierin und wir gönnten uns ein Tacofrühstück, dann war es auch schon wieder an der Zeit sich für Silvester schick zu machen. Geplant war dass ich um sieben meine mexikanischen Freunde abholen sollte, wir würden richtig gut essen gehen und dann das Feuerwerk anschauen. Um kurz vor acht bin ich dann also in kurzem schwarzem Kleid losstolziert. Manchmal könnte man meinen dass ich noch nie in der Weltgeschichte unterwegs war, aber immer wieder komme ich auf solche Dummheiten. Ich hätte wirklich wissen können dass es dusslig ist in einem kuzen Kleid durch die Stadt zu spazieren und dann hätte ich mir denken können dass meine Freudne aus Mexiko kommen. Alles endete damit dass ich von einer Gruppe singender Männer mehr verfolgt als begleitet durch Puerto Vallarta rannte, ein paar Heiratsanträge gabs auf dem Weg auch noch und dass, als ich endlich bei meine Freunden ankam, die Mädels noch nicht mal angefangen hatten sich zu duschen. Kurz nach elf waren dann endlich alle bereit zu gehen und da gabs natürlich kein Abendessen mehr, aber zum Glück gibts ja Tacos an jeder Ecke. Guten Appetit!
Bei etwas über zwanzig Grad, mit nem Taco in der einen und Mexikos Nationalgetränk in der anderen, barfuβ am Strand im warmen Sand und einem wunderschönen Feuerwerk überm Meer wurde 2011 verabschiedet. FROHES NEUES!!! Wir feierten die ganze Nacht mit Livemusik und Blick aufs Meer und ich stieg erst in ein Taxi als es dann hell wurde.
Mit den paar meiner neuen Bekannten die am nächsten Morgen nicht immer noch ein Bier in der Hand hatten, verbrachte ich den ersten Tag des Jahres sehr ruhig mit viel Wasser und Eis.
Heute Morgen war es dann an der Zeit sich wieder an einen normalen Tagesablauf mit normalen Zeiten zu gewöhnen. Mehr oder weniger wach, entschlossen meinen gebuchten Bus zurück nach Guadalajara um zehn Uhr zu bekommen, bin ich um acht aufgestanden. Ich bin einfach ein unlaublicher Optimist und glaubte noch immer dass ich gut in der Zeit lag als ich um neun Uhr dann im Bus saβ. Ich setzte mich direkt hinter den Busfahrer und bat ihn mir zu sagen wenn wir da sind. Zehn vor Zehn war ich dann so entnervt dass ich nochmal gefragt hab wie lange es noch dauert und da kam doch glatt raus, dass wir schon meilenweit vorbei sind. Ganz cool lässt mich der Fahrer mitten im nirgendwo raus, die Stadt hatten wir schon lange hinter uns gelassen und meint hier passiert schon nix, ich soll über die Straβe gehen und auf den nächsten Bus warten. Ja der hat Nerven! Aber er hatte recht, auβer ein paar mexikanischen Männern in ihren Autos, denen fast die Augen rausfiehlen als sie mich da in der Pampa haben stehen sehen, war es wirklich nicht so schlimm und nach ner knappern halben Stunde in praller Sonne kam auch wirklich ein Bus. Um 10:36 hatte ich die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben und kam rennend in den Busbahnhof und siehe da... das Glück hatte mir nicht ganz den Rücken gekehrt und der Bus der um 10:05 hätte abfahren sollen war gerade noch da. Erleichtern und super happy war ich die letzte die eingestiegen ist und jetzt sind wir auf dem Weg zurück nach Guadalajara.

Bald gehts dort wirklich los, jetzt muss ich mich aktiv der Wohnungsfrage widmen. Ich bin sooooo gespannt wies wird….. und ein bisschen nervös.

Eingestellt von Sarah_S 12:52 Archiviert in Mexiko

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Kommentare

Mal wieder viel Glück gehabt; aber niemand hat ein Abonnement auf Glück.

Du solltest es vielleicht ein klein bisschen weniger herausfordern!

Aber sonst liest es sich wirklich äußerst interressant.

Liebe Grüße aus Deutschland

Papa

von ellinors

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