Reise blog von Travellerspoint

Gen Süden

Mexico mit dem Rucksack auf dem Rücken erleben.

sunny 30 °C

Unglaublich aber wahr. In guten zwei Wochen werde ich nach langer Zeit wieder über deutschen Boden schreiten. Und vor gar nicht solanger Zeit stand ich mit Tränen in den Augen vor meiner Wohnung in Guadalajara und habe die Bouchra das letzte Mal fest gedrückt. Aber der Abschiedsschmerz war schnell vergessen. Als der Rucksack gut im Bus verstaut war, ich es geschafft hatte einen Fensterplats zu ergattern und ich in die weite, flache mexikanische Landschaft starrte, kam das Reisefieber. Den Kopf voller Ideen, Wünschen und Träumen über wie mein nächstes Abenteuer aussehen würde, lächelte ich der Welt entgegen.

Meine Liste für die kommenden 2 Wochen war lang, so lang dass ich jedesmal Lachen musste wenn ich daran dachte. Man könnte meinen dass es das erste Mal war dass ich untrewegs war, Reisepläne so unrealistisch das einem die Haare zu Berge standen.

Erster Stop: Queretaro. Hier wohen die fünf Mexikaner die ich über Neujahr am Meer kennengelernt hatte. Mit Nacho hatte ich am besten Kontakt gehalten und hatte mich auf 12 Uhr mittags bei ihm angekündigt. Da abschiednehmen, packen und billig zum Busbahnhof fahren natürlich viel länger gedauert hatte als geplant, musste ich, als ich um 14 Uhr endlich im Bus saß, einsehen das die Zeitplanung nicht mehr so aktuell war. Zum Glück war es Mexiko. Mich zu Tode schämend schickte ich Nacho kurz nachdem ich losgefaren war: "Ich bin leider etwas verspätet!" Die völlig unbekümmerte Antwort dass er sowieso noch beschäftig sei und mich erst in ein paar Stunden abholen könne, trieb mir vor Lachen die Tränen in die Augen. Als ich um sieben endlich in Quereta eintrudelte, hatte er es gerade geschafft einen Parkplatz zu finden. Unglaublich!!!

Da unsere Zeitplan sich etwas veschoben hatte wurde der Plan mir Queretaro zu zeigen kurzerhand zu einem Salsaabend umgeändert. Kaum bei Nacho angekommen, geduscht und umgezogen standen auch schon meine zwei anderen Freunde, Jeyra und Jes, vor der Tür. Im kurzen Kleid und Flip-Flops, die Stöckelschuhe in der Hand, gings ins Industriegebiet der heute saubersten Stadt Mexikos. Dort sprach Nacho dann mit einem Riesenkerl der vor der Tür eines total verlasssen aussehendem Lagerhaus stand und kurz darauf befand ich mich, fest in Nachos Arm, mitten in einem vollgepackten Salsa Club. Es dauerte keine 2 Sekunden bis ich begriff warum Nachos mich so offensichtlich wie sein Eigentum vor sich herschob. Ich war die einzigste Weiße im Umkreis mehrerer Kilometer und bekam nicht nur freundliche Blicke zu spüren. Die Situation lockerte aber bald auf und wir verbrachten einen unglaublichen Abend miteinader. Wir waren erst auf dem Heimweg als Nacho kaum noch stehen konnte vor Fußschmerzen. Er hatte wirklich unter den vielen Stunden die wir tanzend verbracht hatten keine 5 Minuten ausruhen können. Aber wer drei hübschen Frauen ausführen darf, darf sich nicht beschweren.

Am frühen Morgen, nach weniger als 2 Stunden Schlaf, piepte mein Handy. Nacho. "Schläfst du noch oder willst du frühstücken?" Lachend und gleichzeitig den Kopf schüttelnd stand ich auf und öffnete meine Zimmertür. Irgendwie lässt die noch immer hoch katolische, mexikanische Kultur nicht zu einfach so bei einer Frau ins Zimmer zu kommen.
Am Tag davor hatte Nachos Mama mich gebeten mir etwas zum Essen für den nächsten Tag zu wünschen. Mein absolutes Lieblingsessen in Mexiko ist Mole, eine Art Soße die man auf viele unterschiedlicha Arten vorbereiten kan, manchmal sogar mit Schokolade. Als ich allerdings vor meinem Frühstückskaffe saß wurde mir schlagartig bewusst wie unrealistisch meine Zeitplanung für den Tag war. Mit etwas schlechten Gewissen gab ich bekannt dass ich leider schon nach den Frühstück wieder los müsste. Aber nix da. Mexikanische Mütter und Essen. Keine Chance. Wenn ich keine Zeit hätte bis zum Mittagessen zu warten dann koche sie jetzt sofort. Ich könne nicht los ohne was zu essen! Was bleibt einem da anderes übrig. Und nachdem dann die ganze Familie eingespannt war mir etwas zu Essen zu kochen, wurden mir keine Stunde später zwei Arten Mole, einmal mit Reis, einmal mit Hühnchen und ausserdem noch eine für Queretaro typische Suppe vorgesetzt. Das alles vor acht Uhr morgens. Auch wenn es super lecker war, aufessen konnte ich es beim besten Willen nicht alles, aber anscheinend waren meine Anstrengungen gut genug. Nachos Mama war hochzufrieden mit meinem Appetit. Und gegen zehn saß ich auch wirklich im Bus. Weitergings... 6 Stunden später befand ich mich auch schon in einem Taxi in Mexiko City.

Noch immer etwas neben mir, die kurze Nacht und das heftige Frühstück machten sich bemerkbar, war es meine eigene Schuld dass ich mich vom Taxifahrer übers Ohr hauen lies. Ich hatte ihm die Adresse des Hostels gegeben und naiv wie man manchmal ist, stieg ich einfach mit meinen drei schweren Taschen aus als er sagte, hier sind wir. Er war schneller weg als der Wind. Ohhh, da hatte ich echt mal schlechte Laune. Kopfweh, mehr als dreisig Grad plus, 3 Taschen die zusammen soviel wogen dass ich sie alle 20 Meter abstellen musste und meine eigene Dummheit, ließen mich soviel Wut ausstrahlen dass die Männer sogar ihre normalerweise immerwährenden, anzüglichen Komentare sein ließen. Nachdem ich dann endlch auf die Idee kam mal meine Karte anzuschauen, merkte ich dass es bis zum Hostel gar nicht so weit war und stapfte etwas besserer Laune zu Fuß durch Mexiko City. Taxifahren war mir wirklich vergangen.

Gut und sicher in Mexiko Citys meist zentralem Hostel gelandet (wie man das nicht finden kan ist mir bis heute ein Rätsel, ist genau neben der Kathedrale), fiehl ich erst mal tod ins Bett. Nach einem kurzen Mittagschlaf gings los die Stadt zu erkunden. Meine zwei österreichischen Freundinnen, Tamara und Kerstin, die ich im Hostel treffen sollte waren noch unterwegs. Das war mir grad recht, es gibt nichts aufregenderes als ganz alleine durch eine neue Stadt zu streifen, hier und da einen Kaffe zu trinken und genau das zu tun wozu man selbst Lust hat! Aber selbst Mexiko Citys Zentum ist rießig, und die Dunkelheit überraschte mich viel zu früh; ich war mit meinen Erkundigungen noch lange nicht fertig.

Aber etwas Vernunft war mir doch geblieben und als ich keine halbe Stunde später die Tür zu meinem Dorm öffnetet, saßen Tamara und Kerstin auch schon auf ihren Betten. Oh wie schön das war, endlich mal ein Wiedersehen und kein Abschied. Tamara und ich sind in Guadalaja dicke Freunde geworden und wir hatten uns schon seit Wochen auf die paar Tage die wir nun zusammen auf reisendem Fuß verbringen durfen gefreut. Für den nächsten Tag wurde sofort eine Tour gebucht um endlich Teotihuacan anzuschauen. Ich habe ja jetzt schon viele Maja Ruinen gesehen und war wirklich gespannt darauf, endlich etwas von einer anderen, jedoch ähnlichen Kultur zu sehen, den Azteken. Gut dass wir diesesmal nicht gespart hatten. Die Tour wurde von einem ausgezeichneten lokalen Guide geführt. Und ... wir hatten völlig unrech mit unseren Azteken.

Zuerst gings zu einer kleinen Kirche nur ein paar hundert Meter von Stadtzentum entfernt. Runt um die Kirche waren ein paar Ruinen und überbleibsel irgendwelcher Gebäude zu sehen. Etwas überrascht was wir den hier sehen sollten, stiegen wir noch halb im Tiefschlaf aus den Toubus in den wir gerade eingestiegen waren, wieder aus. Und dann ging der Geschichtsunterricht los. Hätte ich in der Schule pro Stunde auch nur 10% soviel Information aufgenommen wie wir hier bekommen haben, wäre ich jetzt Geschichtsprofessor. Kurz zusammengefasst: Was man heute nicht mehr sehen kann ist das Mexiko City ursprünglich mitten in einem See lag und auf viele kleine Inseln gebaut war. Die Azteken besiedelten was sie dann als Tenochitlan benannten Anfang des dreizehnten Jahrhunderts. Die Aztekenhauptstadt wuchs schnell und als die Spanier, unter Hernan Cortes, 1521 die Stadt einnahmen, war diese mit ungefähr 100 000 Einwohnern eine der größten, wenn nicht die größte Stadt des Kontinents. Bei der Einnahme wurden die Stadt weitgehnd zerstört und mit dem Schutt wurden Teile des Sees trockengelegt (heute ist er ganz trockengelegt), katolische Kirchen und Regierungspaläste gebaut. Das erklärte auch warum die Kirche vor der wir gerade standen aus den gleichen Steinen bestehen zu schien wie die überreste der Pyramide auf der sie stand. Kluger Schachzug der katolischen Spanier so ihre Macht zu demonstrieren. Etwas schlauer als eine halbe Stunde zuvor, waren wir realtiv wach als wir wieder in den Bus einstiegen und auf dem Weg zum nächsten Stop waren. Eine kleine Kooperation von mexikanischen Ureinwohnernachkommen die Tepiche und Decken noch traditionell von Hand weben und färben. Wunderschöne Sachen. Nachdem wir ne Menge Geld haben liegen lassen, gings endlich nach dem lang ersehnten Teotihuacan. Kaum in der Ausgrabungsstätte, die heute zum Weltkulturerebe zählt, mussten wir uns schon wieder unseres Unwissens schämen, es waren gar nicht die Azteken die das hier gebaut hatten. Die Stadt und die Pyramiden seien viel zu alt dafür, da gabts noch gar keine Azteken. Aber zum Glück wirkte unser Guide als wären wir nicht die einzigsten Unwissenden im Universum und ließ sich von unseren entäuschten Gesichtern nicht entmutigen. Er erzählte uns lachend, dass die Azteken die Stadt hier entdeckten als sie schon mehrere hundert Jahre verlassen war. Sie waren von der Architektur und den Pyramiden (die Sonnenpyramide ist die drittgrößte der Welt) so beieindruckt dass sie übrezeugt waren dass hier die Götter gelebt haben mussten und daher die Stadt Toetihuacan (= Geburtsplatz der Götter) nannten. Nachdem wir staunend und tief beindruckt stundenlang durch die riesige Anlage gestreift waren, trieb uns unsere Guide etwas ungeduldig zurück in den Bus. Wir hätten nochmal was auf der Liste für heute. Zurück in der Megastadt gings zur „Basilika der Jungfrau von Guadalupe“ (Guadalupe ist einer der vielen Namen für Maria). Dort wo heute die supermoderne Kirche steht, die doch eher einem Fußballstadion als einer Kirche gleicht, soll einem Indianer im fünfzehnten Jahrhundert Maria erschienen sein und um eine Kirche gebeten haben. Na die hat sie bekommen. Nicht ganz so beindruck wie die hochkatolischen Mexikaner die dort millionenweiße hinpilgern, waren wir froh als wir total erschöpft wieder aufm Weg zurück ins Hostel waren.

Früh am nächsten Morgen beschlossen wir das wir etwas gegen unsere Unwissenheit über Latainamerika, speziell Mexiko, tun mussten. Also auf ins Anthropologiemuseum. Also ich habe selten ein so großes Museum gesehen, naja ich hab auch selten in eine so großen Stadt gesehen. Nach mehrern Stunden sich durch die Gecshichte Mexikos Ureinwohnergruppen kämpfen, konnte ich Tamara und Kerstin nicht mehr überreden auch noch einen einzigsten Stein anzuschauen und ich musste mich geschlagen geben. Mit dem festen Beschluss bald mit mehr Zeit zurück zu kommen, wurde uns bewusst das wir ganz dringend was zu essen brauchten und dass uns dummerweise NUR nach Crepés zu Mute war. Tamara hatten schon morgens die Gelüste gepackt und sie hatte schon mal vorsichtshalber im Internet nachgeschaut wo es eine Fiale von "Crepés and Waffles" gab. Mit der Adresse bewaffnet begannen wir Mexikaner zu fragen ob irgendwer wüsste, wo diese Einkaufzentrum sei. Naja ein Einkaufszentrum in einer 20 Millionen Stadt zu finden, stellte sich als schwieriger heraus als wir dachten. Aber nach langer Suche und ein bisschen hin und her, kamen wir wirklich, fast zwei Stunden später, halb verhungert dort an. Und dann die Enttäuschung, es gab kein "Crépes and Waffles". Nicht das es in Mexiko an jeder Ecke 5 Tacostände gibt, NEIN, wir wollten Pfannkuchen. Und zwar nicht irgendwelche sondern richtige Crépes. Wenn man das in Mexiko City nicht findet, wo dann? Da kams mir, en meinem ersten Tag als ich allein herumgestapft war, hatte ich ein Crépes Schild gesehen hatte. Also versuchen rauszufinden, wo auf der Karte wir uns gerade befanden, und dann wieder stundenlang Bus zurück ins Zentrum fahren. Mittlerweile war die Laune vor lauter Hunger, Erschöpfung und Enttäuschung schon ganz schön schlecht. Als wir das kleine Crépe Restaurante endlich gefunden hatten, waren uns die unverschämt hohen Preise auch egal. Nach zwei Crépes mit Mozarella, Tomate, Spinat und anderen, endlich mal gesunden Zutaten ,kam das Highlight des Tages!!! Nutella!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ohhhh wie soetwas einen glücklich machen kann.

Kaum im Hostel angekommen wurde mir bewusst dass es ja schon fast Abend war und es noch eine Sache gab, die ich unbedingt sehen wollte. Ich hatte schon eingesehen dass es zeitlich unmöglich war das Frida Kahlo Museum zu besuchen, da wollte ich zumindest unbedint die Wandmalereien von Diego Rivera sehen. Und die sollten gerade gegenüber von unserem Hostel im Nationalpalast sein. Mit aller meiner überzeugungkraft konnte ich meine zwei Mädels überreden nochmal loszuziehen. Aber als wir auf den großen Platz vor dem Palast ankamen war alles abgesperrt und Militär überall. Wir beobachteten das Treiben mit etwas Argwohn bis wir beschlossen dass sie warscheinlich nur die Fahne herunterholten udn es nichts gefährliches gab. Also trotz Militär Richtung Nationalpalast, der auch hoch militärisch bewacht war. Trotz aller überzeugungsversuche unsererseits ließen sie uns einfach nicht durch. Grrrrr. Also noch ein Grund nach Mexiko City zurückzukehren.

Zurück im Hostel, wurden die Rucksäcke aufgezogen, sich ein Taxi geleistet und keine Stunde später saßen wir dick eingepackt im Abendbus gen Süden. Nächster Stop: Puebla!!!

Sich spät abends noch schnell im Hostel installiert bevor effektiv geschlafen wurde um den nächsten Tag voll ausnutzten zu können. Den nächsten Morgen verbrachten wir damit Pueblas wunderschöne Innenstadt zu durchstreifen, immer auf der Suche nach den Süßigkeiten für die Puebla so berühmt sein soll. Wir freuten uns wie kleine Kinder als wir endlich die Süßigkeitenstraße gefunden hatten und zuerst mal wurden Schokoladenfrüchte verspeist. OHHH wie lecker das war. Die anderen Süßigkeiten wurden dann eher kritisch von Distanz beäugt anstatt probiert. Den Nachmittag fuhren wir nach Cholula, wo es die größte Pyramide der Welt zu bestaunen geben sollte. Auf einem enormen Hügel (welcher die Pyramide ist, noch unausgegraben) steht eine so mit Gold vollgestopfte Kirche, dass wir uns, als wir das sahen, erst mal setzten mussten. Von Chiolula aus kann man an einem klaren Tag eine ganz wunderschöne Aussicht auf den Vulkan Popcatepelt (der zweithöchste Nordamerikas) haben. Leider konnten wir überhaupt nix sehen. Aber das machte nach der Kirchenerfahrung die wir gerade gemacht hatten, nur noch halb soviel aus. Ausserdem war es schon ein Gefühl auf der größten Pyramide der Welt zu stehen.

Guter Dinge gings wieder Richtung Hostel, Rucksack auf und gen Süden.
Nächster Stop: Oaxaca
Bekannt für sein gutes Essen, Mole, und seine wunderbare Schokolade.

Nach ein paar Stündchen Schlaf im schönsten Hostel bis jetzt und nach einem wunderbaren Frühstück, machten sich Tamara und Kerstin auf die Stadt zu erkunden. Ich dagegen machte es mir in dem kleinen Gärtchen bequem und verbrachte den Großteil des Tages vor meinem kleine Laptop um endlich mal meine Emails zu beantworten und Rechnungen zu bezahlen. War wirklich Zeit, solche Sachen vergisst man gerne am anderen Ende der Welt. Als die Mädels nachmittags immer noch nicht wieder da waren, hatte ich so die Schnautze voll, dass ich alles stehen und liegen ließ und mich aufmachte Oaxaca zu erkunden. Was ich ganz vergessen hatte war, dass wir gewarnt worden waren, dass die ganze Innenstadt von streikenden Lehrern belagert wurde. Und das im warsten Sinne des Wortes. Jede Straße glich einem Zeltlager und große Schilder berichteten aus welchen Gegenden Mexikos die Lehrer angereist gekommen waren. Die ganze Stadt lag lahm. Die Kirche hier schlug in Prunk alles was ich bisher in meinem Leben gesehen habe. Wie man in einem Land wo noch Leute verhungern solche Kirchen haben kan, lässt mich einfach nur den Kopf schütteln. Danach klapperte ich sämtliche Touranbieter der Stadt ab. Seit Dezember schleppte ich jetzt meine Kletterausrüstung mit mir rum und hatte es geschafft genau einmal klettern zu gehen. Ich hatte gelesen dass die Berge Oaxacas wunderschön zum reiten und klettern seien. Aber nach gründlicher überlegung und Einschätzung meiner finaziellen Lage entschied ich mich dagegen. 150 Euro an einem Tag auszugeben schien einfach nicht das Richtige. Am frühen Abend hatte ich mich dann wieder nach Hause zurück durchgekämpft. Da uns nichts besseres für den Abend einfiehl, beschloßen wir ins Kino zu gehen. Als wir endlich ankamen, saßen ein paar Lehrer vor dem Kinokomplex und es sah verdächtig dunkel aus. Als der Sicherheitswacht des Kinos uns dann sagte, dass das Kino geschlossen sei, weil sie belagert würden, dachten wir echt das uns gleich der Schlag trifft. Die paar Hansel??? Naja, da war nichts zumachen. Als wir dann über die Straße in den Supermarkt wollten um Abendessen zu kaufen und da ebenfalls 10 Lehrer vor der Tür saßen, konnten wir uns echt nicht mehr halten. Lachend und gleichzeitig wütend gings wieder heim. Zum Glück hatte der kleine Tante Emma Laden um die Ecke offen. Wir beschlossen am nächsten Tag eine organisierte Tour in die Umgebung zu machen um Probleme von den Belagerern zu vermeinden.

Die Tour am nächsten Tag fing schon mal schlecht an, man vergaß uns abzoholen und als wir dann in einem Taxi eine Stunde später der Gruppe hinterher kutschiert wurden, hatten wir natürlich den ersten Stop schon verpasst. Dann gings zu einem Wasserfall aus weißem Stein, der eigentlich gar kein Wasserfall war und der auf allen Bildern viel cooler aussaht als in Wirklichkeit. Wir schafften es nicht einmal in den warmen Quellen dort zu baden, da es unsere Tour so eilig hatte. Das Highlight bestand im Besuch einer kleine Kooperation von Teppichknüpfern, wo wir den ganzen Prozess verfolgen durften. Die Teppiche waren wunderschön und irgendwann fahre ich da mit ganz viel Geld hin. Das eigentliche Hightlight des Tages, die Mitla-Ruinen, waren nicht ganz so spannend. Auf dem Weg heim hielten wir noch in einer Mescalfabrik, ein traditionelles Alkoholgetränk, dass etwas dem Tequilla ähnelt, aber nicht annähernd so gut schmeckt. Aber es ist immer intressant zu sehen wie Sachen hergestellt werden. Danach war Mescalprobe angesagt und schon ganz schön fröhlich kauften wir sogar ein paar Fläschchen.

Nach dieser nicht ganz so glorreichen Tourerfahrung, nahmen wir unser Schicksal am nächsten Tag einfach selbst in die Hand und verbrachten einen wunderschönen Tag in den Ruinen von Monte Alban. Die Ruinen liegen wunderschön und der Komplex ist riesig. Diesemal verzichtetn wir auf einen Führer
und setzten und statt dessen mit unserem Reiseführer ins Gras in die Sonne und Kerstin laß uns alles über die Geschichte dieses faszinierenden Ortes vor. Danach diskutierten wir hin und her was wir bis jetzt über alle Ureinwohnergruppen gelernt hatten, bis uns der allnachmittägliche Regen vertrieb. Mit mehr Zeit als geplant, setzten wir uns ins nächste Taxi und fuhren kurzer Hand nach Tula, die Stelle die wir den Tag zuvor verpasst hatten. Dort steht ein Riesenbaum der fälschlicherweise als der Größte der Welt bezeichnet wird. War wirklich beeindruckend, vor allem dass der Baum größer ist als die Kirche neben der er steht!

Und dann gings wieder los, Rucksack auf; diesemal gings im Nachtbus Richtung Meer.

Voller Tatendrang waren wir schon viel zu früh wach und mussten noch ne ganze Weile im Bus frieren, bevor wir endlich in Puerto Escondido ankamen. Hier verbrachten wir zwei wunderbar stressfreie Tage am Pazifik. Leider waren die Wellen so hoch und die Strömungen so stark, dass wir mehr in der Sonnne lagen und frische Kokosnuss schlürften, als badeten. Aber das war völlig ok. Endlich bekamen wir mal etwas Farbe, konnten super guten Fisch essen und die Beine ausruhen.

Wirklich erhohlt und bester Laune stiegen wir am 28. Mai wiedermal in einen Nachtbus und für mich begann damit die lange Reise durch halb Zentralamerika nach Niacragua. Als ich mich am nächsten Morgen von meinen zwei Lieben verabschiedete, wurde mir schmerzlich bewusst, dass nun meine Zeit in Mexiko wirklich zu Ende war. Aber gleichzeitig konnte ich kaum still sitzen bei dem Gedanke dass ich bald wieder alle in Tipitapa wiedersehen würde.
Als ich dann den Mädels hinterher winkte und in meinen nächsten Bus stieg war ich trotz Abschied guter Dinge. Und die nächsten zwei Tage im Bus gingen auch wirklich gut. An der mexikanisch-guatemalischen Grenze musste ich mit Händen und Füßen mein Passs verteidigen und wir kamen in San Salvador mitten in der Nacht, anstatt mittags an, aber alles funktionierte super. In Honduras wollten sie an der Grenze mein letztes Geld, aber der Busfahrer versprach mir mich in Tipitpa rauszulassen. Alles klappte super. Als wir am 1.7 morgens die Grenze nach Nicaragua passierrten fiehl mir ein Stein von Herzen.

Aber da gings erst los...

Eingestellt von Sarah_S 14:38 Archiviert in Mexiko

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