Reise blog von Travellerspoint

Von diesem Autor: Sarah_S

Gen Süden

Mexico mit dem Rucksack auf dem Rücken erleben.

sunny 30 °C

Unglaublich aber wahr. In guten zwei Wochen werde ich nach langer Zeit wieder über deutschen Boden schreiten. Und vor gar nicht solanger Zeit stand ich mit Tränen in den Augen vor meiner Wohnung in Guadalajara und habe die Bouchra das letzte Mal fest gedrückt. Aber der Abschiedsschmerz war schnell vergessen. Als der Rucksack gut im Bus verstaut war, ich es geschafft hatte einen Fensterplats zu ergattern und ich in die weite, flache mexikanische Landschaft starrte, kam das Reisefieber. Den Kopf voller Ideen, Wünschen und Träumen über wie mein nächstes Abenteuer aussehen würde, lächelte ich der Welt entgegen.

Meine Liste für die kommenden 2 Wochen war lang, so lang dass ich jedesmal Lachen musste wenn ich daran dachte. Man könnte meinen dass es das erste Mal war dass ich untrewegs war, Reisepläne so unrealistisch das einem die Haare zu Berge standen.

Erster Stop: Queretaro. Hier wohen die fünf Mexikaner die ich über Neujahr am Meer kennengelernt hatte. Mit Nacho hatte ich am besten Kontakt gehalten und hatte mich auf 12 Uhr mittags bei ihm angekündigt. Da abschiednehmen, packen und billig zum Busbahnhof fahren natürlich viel länger gedauert hatte als geplant, musste ich, als ich um 14 Uhr endlich im Bus saß, einsehen das die Zeitplanung nicht mehr so aktuell war. Zum Glück war es Mexiko. Mich zu Tode schämend schickte ich Nacho kurz nachdem ich losgefaren war: "Ich bin leider etwas verspätet!" Die völlig unbekümmerte Antwort dass er sowieso noch beschäftig sei und mich erst in ein paar Stunden abholen könne, trieb mir vor Lachen die Tränen in die Augen. Als ich um sieben endlich in Quereta eintrudelte, hatte er es gerade geschafft einen Parkplatz zu finden. Unglaublich!!!

Da unsere Zeitplan sich etwas veschoben hatte wurde der Plan mir Queretaro zu zeigen kurzerhand zu einem Salsaabend umgeändert. Kaum bei Nacho angekommen, geduscht und umgezogen standen auch schon meine zwei anderen Freunde, Jeyra und Jes, vor der Tür. Im kurzen Kleid und Flip-Flops, die Stöckelschuhe in der Hand, gings ins Industriegebiet der heute saubersten Stadt Mexikos. Dort sprach Nacho dann mit einem Riesenkerl der vor der Tür eines total verlasssen aussehendem Lagerhaus stand und kurz darauf befand ich mich, fest in Nachos Arm, mitten in einem vollgepackten Salsa Club. Es dauerte keine 2 Sekunden bis ich begriff warum Nachos mich so offensichtlich wie sein Eigentum vor sich herschob. Ich war die einzigste Weiße im Umkreis mehrerer Kilometer und bekam nicht nur freundliche Blicke zu spüren. Die Situation lockerte aber bald auf und wir verbrachten einen unglaublichen Abend miteinader. Wir waren erst auf dem Heimweg als Nacho kaum noch stehen konnte vor Fußschmerzen. Er hatte wirklich unter den vielen Stunden die wir tanzend verbracht hatten keine 5 Minuten ausruhen können. Aber wer drei hübschen Frauen ausführen darf, darf sich nicht beschweren.

Am frühen Morgen, nach weniger als 2 Stunden Schlaf, piepte mein Handy. Nacho. "Schläfst du noch oder willst du frühstücken?" Lachend und gleichzeitig den Kopf schüttelnd stand ich auf und öffnete meine Zimmertür. Irgendwie lässt die noch immer hoch katolische, mexikanische Kultur nicht zu einfach so bei einer Frau ins Zimmer zu kommen.
Am Tag davor hatte Nachos Mama mich gebeten mir etwas zum Essen für den nächsten Tag zu wünschen. Mein absolutes Lieblingsessen in Mexiko ist Mole, eine Art Soße die man auf viele unterschiedlicha Arten vorbereiten kan, manchmal sogar mit Schokolade. Als ich allerdings vor meinem Frühstückskaffe saß wurde mir schlagartig bewusst wie unrealistisch meine Zeitplanung für den Tag war. Mit etwas schlechten Gewissen gab ich bekannt dass ich leider schon nach den Frühstück wieder los müsste. Aber nix da. Mexikanische Mütter und Essen. Keine Chance. Wenn ich keine Zeit hätte bis zum Mittagessen zu warten dann koche sie jetzt sofort. Ich könne nicht los ohne was zu essen! Was bleibt einem da anderes übrig. Und nachdem dann die ganze Familie eingespannt war mir etwas zu Essen zu kochen, wurden mir keine Stunde später zwei Arten Mole, einmal mit Reis, einmal mit Hühnchen und ausserdem noch eine für Queretaro typische Suppe vorgesetzt. Das alles vor acht Uhr morgens. Auch wenn es super lecker war, aufessen konnte ich es beim besten Willen nicht alles, aber anscheinend waren meine Anstrengungen gut genug. Nachos Mama war hochzufrieden mit meinem Appetit. Und gegen zehn saß ich auch wirklich im Bus. Weitergings... 6 Stunden später befand ich mich auch schon in einem Taxi in Mexiko City.

Noch immer etwas neben mir, die kurze Nacht und das heftige Frühstück machten sich bemerkbar, war es meine eigene Schuld dass ich mich vom Taxifahrer übers Ohr hauen lies. Ich hatte ihm die Adresse des Hostels gegeben und naiv wie man manchmal ist, stieg ich einfach mit meinen drei schweren Taschen aus als er sagte, hier sind wir. Er war schneller weg als der Wind. Ohhh, da hatte ich echt mal schlechte Laune. Kopfweh, mehr als dreisig Grad plus, 3 Taschen die zusammen soviel wogen dass ich sie alle 20 Meter abstellen musste und meine eigene Dummheit, ließen mich soviel Wut ausstrahlen dass die Männer sogar ihre normalerweise immerwährenden, anzüglichen Komentare sein ließen. Nachdem ich dann endlch auf die Idee kam mal meine Karte anzuschauen, merkte ich dass es bis zum Hostel gar nicht so weit war und stapfte etwas besserer Laune zu Fuß durch Mexiko City. Taxifahren war mir wirklich vergangen.

Gut und sicher in Mexiko Citys meist zentralem Hostel gelandet (wie man das nicht finden kan ist mir bis heute ein Rätsel, ist genau neben der Kathedrale), fiehl ich erst mal tod ins Bett. Nach einem kurzen Mittagschlaf gings los die Stadt zu erkunden. Meine zwei österreichischen Freundinnen, Tamara und Kerstin, die ich im Hostel treffen sollte waren noch unterwegs. Das war mir grad recht, es gibt nichts aufregenderes als ganz alleine durch eine neue Stadt zu streifen, hier und da einen Kaffe zu trinken und genau das zu tun wozu man selbst Lust hat! Aber selbst Mexiko Citys Zentum ist rießig, und die Dunkelheit überraschte mich viel zu früh; ich war mit meinen Erkundigungen noch lange nicht fertig.

Aber etwas Vernunft war mir doch geblieben und als ich keine halbe Stunde später die Tür zu meinem Dorm öffnetet, saßen Tamara und Kerstin auch schon auf ihren Betten. Oh wie schön das war, endlich mal ein Wiedersehen und kein Abschied. Tamara und ich sind in Guadalaja dicke Freunde geworden und wir hatten uns schon seit Wochen auf die paar Tage die wir nun zusammen auf reisendem Fuß verbringen durfen gefreut. Für den nächsten Tag wurde sofort eine Tour gebucht um endlich Teotihuacan anzuschauen. Ich habe ja jetzt schon viele Maja Ruinen gesehen und war wirklich gespannt darauf, endlich etwas von einer anderen, jedoch ähnlichen Kultur zu sehen, den Azteken. Gut dass wir diesesmal nicht gespart hatten. Die Tour wurde von einem ausgezeichneten lokalen Guide geführt. Und ... wir hatten völlig unrech mit unseren Azteken.

Zuerst gings zu einer kleinen Kirche nur ein paar hundert Meter von Stadtzentum entfernt. Runt um die Kirche waren ein paar Ruinen und überbleibsel irgendwelcher Gebäude zu sehen. Etwas überrascht was wir den hier sehen sollten, stiegen wir noch halb im Tiefschlaf aus den Toubus in den wir gerade eingestiegen waren, wieder aus. Und dann ging der Geschichtsunterricht los. Hätte ich in der Schule pro Stunde auch nur 10% soviel Information aufgenommen wie wir hier bekommen haben, wäre ich jetzt Geschichtsprofessor. Kurz zusammengefasst: Was man heute nicht mehr sehen kann ist das Mexiko City ursprünglich mitten in einem See lag und auf viele kleine Inseln gebaut war. Die Azteken besiedelten was sie dann als Tenochitlan benannten Anfang des dreizehnten Jahrhunderts. Die Aztekenhauptstadt wuchs schnell und als die Spanier, unter Hernan Cortes, 1521 die Stadt einnahmen, war diese mit ungefähr 100 000 Einwohnern eine der größten, wenn nicht die größte Stadt des Kontinents. Bei der Einnahme wurden die Stadt weitgehnd zerstört und mit dem Schutt wurden Teile des Sees trockengelegt (heute ist er ganz trockengelegt), katolische Kirchen und Regierungspaläste gebaut. Das erklärte auch warum die Kirche vor der wir gerade standen aus den gleichen Steinen bestehen zu schien wie die überreste der Pyramide auf der sie stand. Kluger Schachzug der katolischen Spanier so ihre Macht zu demonstrieren. Etwas schlauer als eine halbe Stunde zuvor, waren wir realtiv wach als wir wieder in den Bus einstiegen und auf dem Weg zum nächsten Stop waren. Eine kleine Kooperation von mexikanischen Ureinwohnernachkommen die Tepiche und Decken noch traditionell von Hand weben und färben. Wunderschöne Sachen. Nachdem wir ne Menge Geld haben liegen lassen, gings endlich nach dem lang ersehnten Teotihuacan. Kaum in der Ausgrabungsstätte, die heute zum Weltkulturerebe zählt, mussten wir uns schon wieder unseres Unwissens schämen, es waren gar nicht die Azteken die das hier gebaut hatten. Die Stadt und die Pyramiden seien viel zu alt dafür, da gabts noch gar keine Azteken. Aber zum Glück wirkte unser Guide als wären wir nicht die einzigsten Unwissenden im Universum und ließ sich von unseren entäuschten Gesichtern nicht entmutigen. Er erzählte uns lachend, dass die Azteken die Stadt hier entdeckten als sie schon mehrere hundert Jahre verlassen war. Sie waren von der Architektur und den Pyramiden (die Sonnenpyramide ist die drittgrößte der Welt) so beieindruckt dass sie übrezeugt waren dass hier die Götter gelebt haben mussten und daher die Stadt Toetihuacan (= Geburtsplatz der Götter) nannten. Nachdem wir staunend und tief beindruckt stundenlang durch die riesige Anlage gestreift waren, trieb uns unsere Guide etwas ungeduldig zurück in den Bus. Wir hätten nochmal was auf der Liste für heute. Zurück in der Megastadt gings zur „Basilika der Jungfrau von Guadalupe“ (Guadalupe ist einer der vielen Namen für Maria). Dort wo heute die supermoderne Kirche steht, die doch eher einem Fußballstadion als einer Kirche gleicht, soll einem Indianer im fünfzehnten Jahrhundert Maria erschienen sein und um eine Kirche gebeten haben. Na die hat sie bekommen. Nicht ganz so beindruck wie die hochkatolischen Mexikaner die dort millionenweiße hinpilgern, waren wir froh als wir total erschöpft wieder aufm Weg zurück ins Hostel waren.

Früh am nächsten Morgen beschlossen wir das wir etwas gegen unsere Unwissenheit über Latainamerika, speziell Mexiko, tun mussten. Also auf ins Anthropologiemuseum. Also ich habe selten ein so großes Museum gesehen, naja ich hab auch selten in eine so großen Stadt gesehen. Nach mehrern Stunden sich durch die Gecshichte Mexikos Ureinwohnergruppen kämpfen, konnte ich Tamara und Kerstin nicht mehr überreden auch noch einen einzigsten Stein anzuschauen und ich musste mich geschlagen geben. Mit dem festen Beschluss bald mit mehr Zeit zurück zu kommen, wurde uns bewusst das wir ganz dringend was zu essen brauchten und dass uns dummerweise NUR nach Crepés zu Mute war. Tamara hatten schon morgens die Gelüste gepackt und sie hatte schon mal vorsichtshalber im Internet nachgeschaut wo es eine Fiale von "Crepés and Waffles" gab. Mit der Adresse bewaffnet begannen wir Mexikaner zu fragen ob irgendwer wüsste, wo diese Einkaufzentrum sei. Naja ein Einkaufszentrum in einer 20 Millionen Stadt zu finden, stellte sich als schwieriger heraus als wir dachten. Aber nach langer Suche und ein bisschen hin und her, kamen wir wirklich, fast zwei Stunden später, halb verhungert dort an. Und dann die Enttäuschung, es gab kein "Crépes and Waffles". Nicht das es in Mexiko an jeder Ecke 5 Tacostände gibt, NEIN, wir wollten Pfannkuchen. Und zwar nicht irgendwelche sondern richtige Crépes. Wenn man das in Mexiko City nicht findet, wo dann? Da kams mir, en meinem ersten Tag als ich allein herumgestapft war, hatte ich ein Crépes Schild gesehen hatte. Also versuchen rauszufinden, wo auf der Karte wir uns gerade befanden, und dann wieder stundenlang Bus zurück ins Zentrum fahren. Mittlerweile war die Laune vor lauter Hunger, Erschöpfung und Enttäuschung schon ganz schön schlecht. Als wir das kleine Crépe Restaurante endlich gefunden hatten, waren uns die unverschämt hohen Preise auch egal. Nach zwei Crépes mit Mozarella, Tomate, Spinat und anderen, endlich mal gesunden Zutaten ,kam das Highlight des Tages!!! Nutella!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ohhhh wie soetwas einen glücklich machen kann.

Kaum im Hostel angekommen wurde mir bewusst dass es ja schon fast Abend war und es noch eine Sache gab, die ich unbedingt sehen wollte. Ich hatte schon eingesehen dass es zeitlich unmöglich war das Frida Kahlo Museum zu besuchen, da wollte ich zumindest unbedint die Wandmalereien von Diego Rivera sehen. Und die sollten gerade gegenüber von unserem Hostel im Nationalpalast sein. Mit aller meiner überzeugungkraft konnte ich meine zwei Mädels überreden nochmal loszuziehen. Aber als wir auf den großen Platz vor dem Palast ankamen war alles abgesperrt und Militär überall. Wir beobachteten das Treiben mit etwas Argwohn bis wir beschlossen dass sie warscheinlich nur die Fahne herunterholten udn es nichts gefährliches gab. Also trotz Militär Richtung Nationalpalast, der auch hoch militärisch bewacht war. Trotz aller überzeugungsversuche unsererseits ließen sie uns einfach nicht durch. Grrrrr. Also noch ein Grund nach Mexiko City zurückzukehren.

Zurück im Hostel, wurden die Rucksäcke aufgezogen, sich ein Taxi geleistet und keine Stunde später saßen wir dick eingepackt im Abendbus gen Süden. Nächster Stop: Puebla!!!

Sich spät abends noch schnell im Hostel installiert bevor effektiv geschlafen wurde um den nächsten Tag voll ausnutzten zu können. Den nächsten Morgen verbrachten wir damit Pueblas wunderschöne Innenstadt zu durchstreifen, immer auf der Suche nach den Süßigkeiten für die Puebla so berühmt sein soll. Wir freuten uns wie kleine Kinder als wir endlich die Süßigkeitenstraße gefunden hatten und zuerst mal wurden Schokoladenfrüchte verspeist. OHHH wie lecker das war. Die anderen Süßigkeiten wurden dann eher kritisch von Distanz beäugt anstatt probiert. Den Nachmittag fuhren wir nach Cholula, wo es die größte Pyramide der Welt zu bestaunen geben sollte. Auf einem enormen Hügel (welcher die Pyramide ist, noch unausgegraben) steht eine so mit Gold vollgestopfte Kirche, dass wir uns, als wir das sahen, erst mal setzten mussten. Von Chiolula aus kann man an einem klaren Tag eine ganz wunderschöne Aussicht auf den Vulkan Popcatepelt (der zweithöchste Nordamerikas) haben. Leider konnten wir überhaupt nix sehen. Aber das machte nach der Kirchenerfahrung die wir gerade gemacht hatten, nur noch halb soviel aus. Ausserdem war es schon ein Gefühl auf der größten Pyramide der Welt zu stehen.

Guter Dinge gings wieder Richtung Hostel, Rucksack auf und gen Süden.
Nächster Stop: Oaxaca
Bekannt für sein gutes Essen, Mole, und seine wunderbare Schokolade.

Nach ein paar Stündchen Schlaf im schönsten Hostel bis jetzt und nach einem wunderbaren Frühstück, machten sich Tamara und Kerstin auf die Stadt zu erkunden. Ich dagegen machte es mir in dem kleinen Gärtchen bequem und verbrachte den Großteil des Tages vor meinem kleine Laptop um endlich mal meine Emails zu beantworten und Rechnungen zu bezahlen. War wirklich Zeit, solche Sachen vergisst man gerne am anderen Ende der Welt. Als die Mädels nachmittags immer noch nicht wieder da waren, hatte ich so die Schnautze voll, dass ich alles stehen und liegen ließ und mich aufmachte Oaxaca zu erkunden. Was ich ganz vergessen hatte war, dass wir gewarnt worden waren, dass die ganze Innenstadt von streikenden Lehrern belagert wurde. Und das im warsten Sinne des Wortes. Jede Straße glich einem Zeltlager und große Schilder berichteten aus welchen Gegenden Mexikos die Lehrer angereist gekommen waren. Die ganze Stadt lag lahm. Die Kirche hier schlug in Prunk alles was ich bisher in meinem Leben gesehen habe. Wie man in einem Land wo noch Leute verhungern solche Kirchen haben kan, lässt mich einfach nur den Kopf schütteln. Danach klapperte ich sämtliche Touranbieter der Stadt ab. Seit Dezember schleppte ich jetzt meine Kletterausrüstung mit mir rum und hatte es geschafft genau einmal klettern zu gehen. Ich hatte gelesen dass die Berge Oaxacas wunderschön zum reiten und klettern seien. Aber nach gründlicher überlegung und Einschätzung meiner finaziellen Lage entschied ich mich dagegen. 150 Euro an einem Tag auszugeben schien einfach nicht das Richtige. Am frühen Abend hatte ich mich dann wieder nach Hause zurück durchgekämpft. Da uns nichts besseres für den Abend einfiehl, beschloßen wir ins Kino zu gehen. Als wir endlich ankamen, saßen ein paar Lehrer vor dem Kinokomplex und es sah verdächtig dunkel aus. Als der Sicherheitswacht des Kinos uns dann sagte, dass das Kino geschlossen sei, weil sie belagert würden, dachten wir echt das uns gleich der Schlag trifft. Die paar Hansel??? Naja, da war nichts zumachen. Als wir dann über die Straße in den Supermarkt wollten um Abendessen zu kaufen und da ebenfalls 10 Lehrer vor der Tür saßen, konnten wir uns echt nicht mehr halten. Lachend und gleichzeitig wütend gings wieder heim. Zum Glück hatte der kleine Tante Emma Laden um die Ecke offen. Wir beschlossen am nächsten Tag eine organisierte Tour in die Umgebung zu machen um Probleme von den Belagerern zu vermeinden.

Die Tour am nächsten Tag fing schon mal schlecht an, man vergaß uns abzoholen und als wir dann in einem Taxi eine Stunde später der Gruppe hinterher kutschiert wurden, hatten wir natürlich den ersten Stop schon verpasst. Dann gings zu einem Wasserfall aus weißem Stein, der eigentlich gar kein Wasserfall war und der auf allen Bildern viel cooler aussaht als in Wirklichkeit. Wir schafften es nicht einmal in den warmen Quellen dort zu baden, da es unsere Tour so eilig hatte. Das Highlight bestand im Besuch einer kleine Kooperation von Teppichknüpfern, wo wir den ganzen Prozess verfolgen durften. Die Teppiche waren wunderschön und irgendwann fahre ich da mit ganz viel Geld hin. Das eigentliche Hightlight des Tages, die Mitla-Ruinen, waren nicht ganz so spannend. Auf dem Weg heim hielten wir noch in einer Mescalfabrik, ein traditionelles Alkoholgetränk, dass etwas dem Tequilla ähnelt, aber nicht annähernd so gut schmeckt. Aber es ist immer intressant zu sehen wie Sachen hergestellt werden. Danach war Mescalprobe angesagt und schon ganz schön fröhlich kauften wir sogar ein paar Fläschchen.

Nach dieser nicht ganz so glorreichen Tourerfahrung, nahmen wir unser Schicksal am nächsten Tag einfach selbst in die Hand und verbrachten einen wunderschönen Tag in den Ruinen von Monte Alban. Die Ruinen liegen wunderschön und der Komplex ist riesig. Diesemal verzichtetn wir auf einen Führer
und setzten und statt dessen mit unserem Reiseführer ins Gras in die Sonne und Kerstin laß uns alles über die Geschichte dieses faszinierenden Ortes vor. Danach diskutierten wir hin und her was wir bis jetzt über alle Ureinwohnergruppen gelernt hatten, bis uns der allnachmittägliche Regen vertrieb. Mit mehr Zeit als geplant, setzten wir uns ins nächste Taxi und fuhren kurzer Hand nach Tula, die Stelle die wir den Tag zuvor verpasst hatten. Dort steht ein Riesenbaum der fälschlicherweise als der Größte der Welt bezeichnet wird. War wirklich beeindruckend, vor allem dass der Baum größer ist als die Kirche neben der er steht!

Und dann gings wieder los, Rucksack auf; diesemal gings im Nachtbus Richtung Meer.

Voller Tatendrang waren wir schon viel zu früh wach und mussten noch ne ganze Weile im Bus frieren, bevor wir endlich in Puerto Escondido ankamen. Hier verbrachten wir zwei wunderbar stressfreie Tage am Pazifik. Leider waren die Wellen so hoch und die Strömungen so stark, dass wir mehr in der Sonnne lagen und frische Kokosnuss schlürften, als badeten. Aber das war völlig ok. Endlich bekamen wir mal etwas Farbe, konnten super guten Fisch essen und die Beine ausruhen.

Wirklich erhohlt und bester Laune stiegen wir am 28. Mai wiedermal in einen Nachtbus und für mich begann damit die lange Reise durch halb Zentralamerika nach Niacragua. Als ich mich am nächsten Morgen von meinen zwei Lieben verabschiedete, wurde mir schmerzlich bewusst, dass nun meine Zeit in Mexiko wirklich zu Ende war. Aber gleichzeitig konnte ich kaum still sitzen bei dem Gedanke dass ich bald wieder alle in Tipitapa wiedersehen würde.
Als ich dann den Mädels hinterher winkte und in meinen nächsten Bus stieg war ich trotz Abschied guter Dinge. Und die nächsten zwei Tage im Bus gingen auch wirklich gut. An der mexikanisch-guatemalischen Grenze musste ich mit Händen und Füßen mein Passs verteidigen und wir kamen in San Salvador mitten in der Nacht, anstatt mittags an, aber alles funktionierte super. In Honduras wollten sie an der Grenze mein letztes Geld, aber der Busfahrer versprach mir mich in Tipitpa rauszulassen. Alles klappte super. Als wir am 1.7 morgens die Grenze nach Nicaragua passierrten fiehl mir ein Stein von Herzen.

Aber da gings erst los...

Eingestellt von Sarah_S 14:38 Archiviert in Mexiko Kommentare (0)

Ein guter alter Bekannter...

... Party die es Mexiko würdig ist!

sunny 27 °C

[b]19-05-12 15:20 Im Bus nach Queretaro[/b]

Wie jedesmal ist schon wieder eine kleine Ewigkeit vergangen seit ich das letze Mal die Ruhe gefunden habe, mich hinzusetzten und aufzuschreiben was so alles in meinem Leben passiert ist. Seit genau drei Stunden sitzte ich im Bus auf dem Weg nach Queretaro. 12:30 habe ich mein liebgewonnenes Guadalajara verlassen, für wie lange? Wer weiß!

Ein Abschnitt dieser Reise ist jetzt unwiederruflich vorbei und ich bin auf dem Weg in den nächsten; wie immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Zeit hier war definitive eine einzigartige Erfahrung, die ich nicht missen will, aber ich bin jetzt auch fertig damit. Ich wäre gerne länger geblieben doch auf keinen Fall als Student. Die Uni ist wirklich das, was ich nicht vermissen werde. Was mir jetzt schon fehlt ist das Zeit haben für ein normales Leben. Einfach so im Café frühstücken, jeden Tag reiten gehen können, mein Ballettunterricht und Crépes, Tacos, Tortas essen wann man gerade Lust hat. Ein ziemlich unbeschwertes Leben hier. Das wird mir schon fehlen wenn es dann daheim wieder los geht.

Mein letzter Monat:

Aus Nicaragua wieder da beschloss ich, dass ich in den lezten vier Wochen so viel wie nur irgendwie möglich reiten will, was dann soweit ging dass ich fast jeden Tag zweimal reiten war. Unglaublich was man so in kurzer Zeit für Fortschritte machen kann.

Die Tage nach Nicaragua hatte mich schon etwas das Gefühl gepackt. dass jetzt bald alles vorbei ist. Fast wehmütig wurde mir bewusst wie wenig meiner Zeit ich eigentlich in Guadalajara selbst verbracht hatte und wie wenig ich mich den normalen Dingen des Lebens gewidmet hatte. Aber zum Glück ließ sich das ja jetzt noch ändern. Die zwei folgenden Wochen wurden also dem ganz normalen Leben gewidmet. Viel Kaffe trinken mit unterschiedlichsten Freunden, die Vororte wurden erkundet und die unterschiedlichsten Crepbuden getestet. Das war das erste Mal, dass sich mein Leben hier in Guadalajara normal anfühlte, so als würde ich dort hin gehören. Doch gleichzeitig wurde mir bewusst, dass mein Umgangskreis fast nur aus Ausländern besteht, dass ich eigentlich nur Giseh als mexikanische Freundin kennen und schätzen gelernt hatte und dass kein einzigster der männlichen Mexikaner an einer ehrlichen Freundschaft interessiert war. Etwas desillusioniert von dieser Einsicht habe ich dann angefangen mich auf meine Abreise zu freuen. Aber bis dahin war ja noch etwas Zeit.

Lange, lange schon hatte ich drauf gewartet, endlich war der 25 Mai da. Luis, ein guter Freund den ich vor mehr als 5 Jahren in Argentinien kennengelernt habe, war auf dem Weg mich zu besuchen. Wir hatten uns seit 3 Jahren nicht mehr gesehen, dementsprechend happy und feuchtfröhlich war das Wiedersehen. Mittwochs angekommen haben wir erst mal Guadalajara erkundet und waren abends auf ein internationals Abendessen bei Freunden eingeladen. Wenn man bedenkt dass das Luis erster arbeitsfreiher Tag seit vor Weihnachten war, kann man sich vorstellen wie er geendet hat. Um zwölf habe ich das erste mal den Vorschlag gemacht dass wir uns Richtung Heimat auf den Weg machen. Da er da jedoch schon völlig unempfänglich für jede Art Information war, dauerte es bis kurz nach drei bis ich ihn sicher daheim ins Bettchen gebracht hatte. Um fünf klingelte dann mein Wecker damit ich pünklich um 7 eine Presentation über Solarkraft halten konnte. Die hatte ich in den restlichen zwei Stunden der Nacht vorbereitet. Luis hatte darauf bestanden mitzukommen um mich Spanisch sprechen zu hören. Ich glaube nicht dass er auch nur ein Wort mitbekommen hat. Den Nachmittag haben wir dann auf meinem Reiterhof verbracht, wo ich zum ersten mal 60 cm gesprungen bin und mir gesagt wurde dass ich am Sonntag meinen ersten Wettkampf reiten darf. Nach einem richtig mexikanischem Tacoabendessen war Salsanacht angesagt. Aufgrund des Schlafmangels etwas kränklich, war der Plan früh wieder zuhause zu sein damit ich vielleicht in den nächsten Tag meine Stimme wieder zurück bekommen würde, aber nichts da. Kaum auf der Tanzfläche, vergisst man ja alle Vernunft. Luis hat es dann auch wirklich geschaft einen von den Proffs zu überzeugen, dass ich kein völlig hoffnungsloser Fall bin und mit dem ausschlaggebenden Argument, dass ich außerdem noch ganz nett sei, konnte ich mein Glück gar nicht fassen als plötzlich ein auch noch richtig hübscher Kerl mir die Hand auffordernd entgegenstreckt. Als ich Stunden später, klitschnass und mit einem riesen Lachen im Gesicht wieder an den Tisch kam, schüttelte Tamara, meine Freundin, nur den Kopf und fragte: ”Wie haste den des wieder geschafft?”. Leider war zu der Zeit absolut nichts mehr von meiner Stimme übrig, sodass ich kein Salsadate für die nächste Woche bekam.

Viel zu spät, oder eingenlich relativ früh, stiegen wir ins nächstbeste Taxi, damit ich zumindest noch ein paar Stuendchen schlafen konnte bis ich um sieben wieder bei Atletica, meinem Pferd,anzutreten hatte. Danach gings auf nach Tequilla. Für mich zum zweiten Mal (nach Andreas Besuch) aber nichts desto trotz. Dieses Mal gönnten wir uns die Luxustour von Jose Cuerva, wo wir zwar keine richtige, funktionierende Destillerie besuchten, aber super teuren Tequilla probieren durften und auch noch belehrt wurden wie man Tequilla überhaut trinkt. Nach viel zu viel Tequillaprobiererei, schliefen wir auf dem Heimweg sofort ein. Ganz früh am Samstag gings nach Guanajato. Eine Gruppe Freunde war schon nachts gefahren und wir kamen um elf genau richtig zum Frühstück. Guanajato liegt in einem kleinen Bergtal und die ganzen Hänge sind bebaut, die Berge runt herum sind von alten Silbermienen durchzogen. Als wir uns nach einem langen Tag zum ersten Mal hinsetzten (um Abendzuessen) spürten wir fast unserer Füße nicht mehr. Wir hatten den ganzen Tag die Stadt zu Fuss erkundet wärend wir versucht hatten Luis das Zählen auf Deutsch beizubringen. Hoffnungslos! Nach Aussichtspunkten, Märketen , Silbermienen und jeder Menge Erdbeeren (hier ist Mexikos Erdbeerzentrum) saßen wir gegen zehn wieder im Bus auf dem Weg heim. Als wir um zwei Uhr nachts in Guadalajara ankamen waren wir sogar zu müde um mit dem Taxifahrer zu feilschen und wurden promt übers Ohr gehauen.

Als ich um kurz nach sechs versuchte Luis zu wecken, stellte sich heraus dass dies völlig unmöglich war. Körperlich völlig fertig aber mental wach wie noch nie und super aufgeregt, schlüpfte ich in meine Reitsachen, ein altes Tshirt und verließ das Haus ungekämmt. Ich wollte ja zu einem Springreittunier und nicht zu einem Schönheitswettbewerb, dachte ich. Als ich dort ankam, fiel ich fast in Ohnmacht, Modeschau wäre die bessere Beschreibung gewesen. Die High Society von Guadalajara, aber wie aus dem Ei gepellt. Da es Luis letzter Tag war, bad ich darum unter den ersten Reitern sein zu dürfen. Nicht so schlau wie sich herausstellte. 10 Hindernisse in einer bestimmten Reihenfolge, wie schwer kann das sein? Naja, es stellte sich heraus dass es Schwierigkeitsmäßig mit Kvantenfysik mithalten kan. Die ersten zwei Reiter kamen bis Nummer vier und dann Fehler. Superkonzentriert nicht den gleichen Fehler zu machen kam ich bis Nummer acht. Und dann.... Gehirn leer, keine Ahnung wohin. Naja, was bleibt einem anderes übrig als eine extra Runde zu drehen, sich zu orientieren und fertig zu reiten. GRRRRR. Ziemlich sauer, aber auch erleichtert dass ich zumindest im Sattel geblieben war, machte ich mich gleich auf den Heimweg um die letzte Stunden mit Luis zu verbringen. Als ich ankam war er gerade aufgestanden und wir verbrachten den Tag ganz entspannt damit von Café zu Café zu ziehen.

Die Tage nach Luis Abreise war ich dann erst mal richtig krank, ich glaub es war einfach alles viel zu viel. Rechtzeitig zum Wochenende war ich dann aber wieder fit und konnte mich der Vorbereitung meiner Prüfungen hier widmen. Seit Wochen hatten Tamara und ich imer wieder gesagt: ” Wir müssen uns treffen und WIRKLICH was lernen.” Wir versuchten es das ganze Wochenende lang, aber jedesmal landeten wir auf Tamaras Sonnenterasse. Bei 35 Grad und Sonnenschein ist es einfach schwierig sich in Büchern zu vergraben. Am Sonntag hatte ich dann mein zweites Springtunier, welches etwas besser lief. Diesemal konnte ich mir auf jeden Fall den Weg merken, aber Atletica verweigerte mir ein Hindernis.

Trotz allem sich einreden dass das Niveau hier lächerlich ist und man alles hier mit links schafft, war ich etwas nervös als ich dann Montagmorgen auf dem Weg zu meiner ersten Prüfung war.Es waren ja immerhin Abschlussprüfungen und die Mexikaner hatten schon seit Wochen darüber geredet.Ich hatte nicht mal die Motivation aufbringen können ein einzigstes Mal durch die Powerpointpresentationen des Lehrers zu zippen. Als ich dann ein Papier mit 20 Multiple Choise Fragen in die Hand bekam, konnte ich nur noch lachen. Zum Glück hatte ich von meiner wertvollen Zeit hier in Mexiko auch nicht eine Minute zuviel mit lernen verbracht. So gings dann die Woche über auch weiter, eine spanische Hausarbeit eingereicht die ich nicht einmal Korrektur gelesen hatte, eine Mappe mit Geschäftsideen abgegeben die wir die letzten Monate entwickeln hätten sollen (3 Stunden Arbeit nach hartem Feiern) und eine Presentation gehalten vor zwei Direktoren einer Bemannungsfirma; auf dem Weg in die Schule vorbereitet. Und da beschweren sich allen ernstes meine Kommilitonen dass sie viel zu lernen hätten. Selbst die Physikprüfung habe ich ohne Probleme hinter mich gebracht und das trotzdem der Lehrer aus der USA kam und nicht wie alle anderen Lehrer Mexikaner war.

Kaum fertig mit der letzten Prüfung konnte ich es gar nicht erwarten endlich die schon fast verhasste TEC de Monterrey zu verlassen, aber es dauerte noch Stunden bis man endlich alle Papiere ausgefüllt hatte und noch ne ganze Menge Geld dort hat liegen lassen für ich weiß nicht was für unnötige aber obliagtorische Sachen. Im Bus nach Hause konnte ich es noch gar nicht fassen, es ist rum! Unglaublich. Und das beste war, in ein paar Stunden sollte es schon losgehen nach Huasteca, einer wunderschönen Gegend voll mit Naturwunder und all das zusammen mit meiner liebsten Mitbewohnerin Bouchra.

Daheim angekommen artete alles direkt in Stress aus, da Bouchra und ich nach 5 Monaten Mexiko immer noch nicht gelernt hatten dass Punkt acht Uhr meistens zehn oder noch später bedeutet. In Windeseile haben wir dann gepackt und sind losgestürmt, zumidest haben wir uns noch 5 Minuten gegönnt um ein paar Tamales zum mitnehmen zu kaufen. Als wir dann völlig verschwitzt und entnervt um kurz nach acht am Treffpunkt waren, konnten wirs kaum glauben dass wir zu den ersten gehörten. An manche Sachen gewöhnt man sich einfach nie. Als der Busfahrer um kurz nach zwölf endlich den Motor anmachte haben wir nur noch gelacht: Mexiko!

Morgnes früh um sieben kamen wir nach einer sehr langen Nacht am ersten Ziel an. Falls ich unter den Stunden im Bus ein Auge zu getan habe kan ich mich nicht daran erinnern. Noch bevor wir losgefahren sind, hatten die Jungs hinter uns ihre Wasserpfeiffe ausgepackt und angeschmissen und die Jungs vor uns eine mehr als einmetergrosse Kühltruhe mitten im Gang als offene Bar aufgebaut. Als dann einer der Franzosen auch noch einen riesen großen Gettoplaster (CD-Spieler) auspackte, war ich echt verwundert das der Busfahrer nicht einfach in Ohnmacht viel. Tanzend, singend und Wasserpfeiffe rauchend gings durch die mexikanische Nacht.

Seit ich hier angekommen bin habe ich gedacht dass es einfach mein Alter ist, das dafür sorgt dass ich nicht 5 Tage die Woche Party mache und dass alle verrückten ganz einfach noch furchtbar jung sind. Aber meine 5 Tage Huasteca Tour haben mich vom Gegenteil überzeugt.Hier war ich nämlich unter dem Durchschnittsalter und soviel Wahnsinn habe ich noch gar nie erlebt.

Nach einem richtigen mexikanischen Frühstück irgendwo in der Pampa (das Chris, ein Schotte vom Loch Ness der Runrig kennt, fast ins Krankenhaus gebracht hätte -> scharf!) wurde sich notdürftig im Klo gewaschen und dann gings zum Kanufahren. Als Padel verteilt wurden, gabs genau 52 und wir waren 54. Mit Hundeblick versicherten Bouchra und ich dem Vermietern dass es uns wirklich nichts ausmacht wenn wir nicht mitpadeln können und kurz darauf ließen wir uns von einer Schar Mexikaner durch die Welt manövrieren. Nach einer guten halben Stunde flußauswärts, durch unglaubliche Landschaft und türkisgrünes Wasser, wurde uns dann berichtet dass der Wasserfall zu dem wir auf dem Weg waren gar kein Wasser mehr hat. Aber so fröhlich wie wir alle waren machte uns das gar nichts aus. Am “Ex-Wasserfall” angekommen wurde ausgestiegen und gebadet und von Felsen gesprungen. Nach noch nicht mal einem vollen Tag hatte ich es da schon geschafft mir den Namen ”Mama” einzufangen, aber einer muss ja auf alle aufpassen!

Nach stundenlangem Planschen, kilometerweitem Gepaddel (aller anderen) und Fisch zu Mittag (kurz nach 6 gabs Mittagessen) gings dann Mexikos größtes Loch bestaunen. Wenn man rechtzeitig dort ankommt sieht man wie sich Tausende von kleinen Vögeln mit scheinbarere Todesverachtung in das Loch stürzten (haben dort ihre Nester), doch als wir ankamen war es schon so dunkel, dass man fast das Loch nicht mehr sah. Trotzdem bekamen wir ein unglaubliches Naturschauspiel zu sehen. Auf dem Weg zurück, war es schon finsterste Nacht, aber auf einmal fängt es ganz leicht zu blinken an, ein bisschen hier, ein bisschen da. Dann mehr und mehr, am Schluss sind wir umringt von kleinen Lichtern die sich bis in alle Unendlichkeit hin erstrecken zu scheinen. Glühwürmer. Millionen. Unglaublich. Und das unter einem wunderschönen klaren Strenehimmel. Unbezahlbar.

Da unser Bus den Weg zum Loch nicht hochgekommen war, hatten wir zwei ”Camionetas” (Pickups) angehalten die uns hingebracht hatten. Aus deren Ladefläche ging es dann, wie Heringe zusammengedrückt, in stundenlange Fahrt zum Hotel. In einem kleinen Dörfchen am Ende der Welt wurden wir dann abgesetzt. Im ganzen Dorf gab es genau einen alten Mann der noch Tacos verkaufte (mittlerweile war es gut nach Mitternacht). Der hat wirklich das Geschäft seines Lebens gemacht, ich allein habe 9 Tacos verspeist. Frisch geduscht und gut gesättigt, waren Bouchra und ich schon todmüde auf dem Weg ins Bett als es an unsere Tür klopfte. Ich weis zwar nicht wie, aber irgendwie hatte es die Mehrheit der 54 Personen geschafft sich in ein Hotelzimmer zu quetschen und im Klo eine Bar zu installieren. Hätte irgendjemand die Tür aufgemacht wären wir bestimt alle umgefallen so eng war es. Mit meinem unverschämten Glück schaffte ich es im Laufe der Nacht mit Bouchra einen Platz in einem der Betten zu bekommen und in liegendem Zustand an der Feier teilzunehmen. Die für sieben Uhr morgens geplante Abfahrt verschob sich auf frühen Nachmitag, was ein paar von uns schwachen Seelen zu zumindest ein bisschen Schlaf verholf.
Nächstes Ziel: Castillo Edward James. Eins der meist beeindruckensten Dinge die ich je gesehen habe. Ein europäischer Miljonär der in den vierziger Jahren nicht wusste wo hin mit seinem Geld, hat sich ein ”Schloss” mitten in den mexikanischen Jungel bauen lassen. Das ganze gleicht Bruchtal (Rivendale) aus Herr der Ringe und ist heute schon etwas zerfallen und von Jungel überwuchert. Einfach magisch. Nachdem ein paar Freunde und ich es dann auch noch geschafft hatten, vor lauter Staunen und Gucken, von der Gruppe getrennt zu werden, fühlten wir uns wirklich wie Elben. Nach einiger Zeit fühlten wir uns dann aber doch eher verlohren. Als wir geraume Zeit später wieder am Ausgang ankamen hatte uns doch glatt noch nicht einmal jemand vermisst.

Da es mal wieder viel zu spät war, sind wir ohne Mittagessen, spätnachittags, mit einem Affenzahn zur nächsten Sehnswürdigkeit geheitzt. Erst sahen wir uns nur einen großen See in den ein kleinerer Wasserfall mündete. Dann wurde uns erklärt um was es sich handelte. Man ging einen kleinen Fußweg zu einer Stelle flußaufwärts, wo man an den Fluss rankommt, dann wird im Fluss langgeschwommen und 7 Wasserfälle (3-9 Meter hoch) heruntergesprungen. Ich dachte mich trifft der Schlag. Ich war dann auch eine der drei die lieber nicht mit sind, weil wenn man einmal im Fluss ist muss man durch. Als es dann 2 Stunden später dunkel wurde und die andren immer noch nicht wieder da waren machten wir uns schon ein paar Sorgen, aber langsam kamen einer nach dem anderen angeschwommen. Anscheinend das coolste was sie je gemacht hatten, aber für manches bin ich einfach doch ein zu großer Hosenscheisser.

Klitschnass und mit zitternden Beinen musste zuerst mal Bier und Tequilla für die Weiterfahrt gekauft werden. Kaum im Bus kam uns schon der Rauch der Wasserpfeiffe entgegen und eine halbe Minute später dröhnte Mexikanische Volksmusik in voller Lautstärke durch den Bus. Im Hotel angekommen wurden wir darauf aufmerksam gemacht dass heute ”Freie-Bar” Party geplant war. Wie die Leute sich noch auf den Beinen halten konnten war mir ein Rätsel aber als ich irgenwann um sechs auf dem Weg in unsere Zimmer war, war ich die erste. Den nächsten Tag verschlief ich komplett (unser freier Tag). Um fünf wachte ich mal kurz auf, war zwei Stunden in den heissen Quellen, ließ mich mit heilendem Schlamm einreiben und dann wieder ab ins Bett.

Am letzten Tag gings auch wieder viele Stunden zu spät vom Hotel los, da die Meute es geschafft hatte bis um kurz nach sechs die anderen Hotelgäste zu quälen. Unser letztes Ziel war ein kleiner See vor einem ganz kleinen, aber 18 Meter hohen Wasserfall. Ein kleiner Fluß floss vom See durch eine Höhle in die man reintauchen konnte und auf der andere Seite konnte man sich durch Stromschnellen flußabwärts treiben lassen. Nachdem mittlerweile ALLE bis auf mich wo herunter gehopft waren, schaffte ich es dann auch mit Augen zu und ungefähr 20 Personen die im Wasser auf mich warteten, von 3 Metern zu springen. Chris (der Schotte) hatte kurz davor die 18 Meter gewagt. Nicht schlecht. Immerhin konnte ich meine Scham dadurch wieder gut machen, dass ich das einzigste Mädel war dass es schaffte die drei Meter auch wieder hochzuklettern. 14 Stunden später als geplant kamen wir völlig kaputt wieder in Guadalajara an.

Jetzt waren meine letzten drei Tage angebrochen. Bouchra und ich hörten ununterbrochen “All good things come to an end” wärend wir Stunde um Stunde ausmisteten, einpackten, umpacken, verschenkten, wegwurfen und zum Schluss ganz traurig vor gapackten Taschen standen. Jeden Morgen gönnte ich mir mein Lieblingsfrühstück im Café über der Straße. Der Abschied von meinen Balletjungs war sehr traurig. Es hat so viel Spaß gemacht. Aber das schwerste war der Abschied von Atletica, am letzten Tag habe ich es wirklich geschafft einem ganzen Meter hoch zu springen, ganz ohne runterzufallen.

Nun bin ich also auf dem Weg nach Queretaro um mich von den Leuten zu verabschieden die ich als aller erstes hier kennen gelernt habe. Ich freue mich wirklich schon auf dieses letzte Wiedersehen.

Jetzt gehts also mal wieder los…

Rucksack auf --- > Abenteuer vorraus!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Eingestellt von Sarah_S 21:32 Archiviert in Mexiko Kommentare (1)

Osterferien mit guten alten Freunden...

... mein letzter Monat ist angebrochen.

sunny 30 °C

Nun ist es also auch schon wieder einen Monat her als die Andi mitten in der Nacht Richtung Flughafen aufgebrochen ist. Seit dem hat sich das Wetter merklich verändert. Auch wenn es tagsüber immernoch selten über 30 Grad warm wird, so ist es jetzt doch morgens wenn ich um 5 Uhr aufstehe, deutlich wärmer als noch vor ein paar Wochen. Der Frühling scheint endlich auch nach Guadalajara gekommen zu sein.

Nach Andis Abreise waren es nur noch ein einhalb Wochen bis ich wieder mal ins Flugzeug steigen durfte. Schon vor Monaten hatte ich ein Ticket nach Nicaragua für die Zeit über Ostern gekauft. Mehr und mehr gestresst vom nie zuhause sein entschied ich mich kurzerhand die zwei noch verbleibenden Wochenende vor meiner Abreise in Guadalajara zu bleiben. Nachdem ich mich schon nicht mehr daran erinnern konnte wann ich das letzte mal die letzten Monate am Wochenende daheim war, schien mir das eine gute Idee. Ausserdem hatte ich seit Wochen nichts mehr für mein Spanisch getan was aber dringen notwendig war. Ich hatte mich auf zwei ruhige, entspannte Wochenede eingestellt und war im Nachhinein doch etwas überrascht dass mein Schlafmangel sicherlich jetzt größer war als wäre ich backpacken gegangen. Einen Abend wurde so exzesiv Geburtstag gefeiert dass meine arme Mitbewohnerin am nächsten Tag wegen Austrocknung ins Krankehaus musste, einen Abend so lange Salsa getanzt dass ich am nächsten Tag blutende Blasen an den Füßen hatte und ein Abend endete damit mit einem Rießenstreit zwischen Mike (einem Freund hier) und mir weil wir es den ganzen Abend nicht geschafft hatten uns so zu verabreden dass wir gleichzeitig in der gleichen Disko waren. Nach all dem hatte ich das Gefühl mich mal wieder einen Abend lang dem gediegenen, erwachsen Leben widmen zu müssen und war mit ein paar Freunden in der Oper ein Ballet anschauen. Leider war doch die Qualitet nicht ganz so hoch wie erwartet, aber neine Erfahrung war es trozdem. Tagüber wurde an den Vorbereitungen für eine Austellung über unsere Länder in der Schule gearbeitet, Flohmärkte besucht und in weiß der Himmel wie vielen unterschiedlichen Kaffés das Geld weggetragen.

Und am 28.3. um 2 Uhr morgens wars dann endlich soweit, das Taxi hupte unten, weckte das ganze Haus auf, ich wuchtete meine Koffer die zwei Stockwerke unser stockdunkles Treppenhaus hinuter und weckte damit bestimmt auch noch den letzten Tiefschläfer auf. Aber egal. Endlich auf dem Weg nach Nicaragua!

Am Flughafen angekommen war ich doch ausnamsweise mal so früh dass ich noch Zeit hatte eine Kffe zu trinken bevor eingechecked und die Sicherheitskontrolle passiert werde musste. Dann war aber schon wieder Eile geboten und noch bevor die Sonne aufging befand ich mich auf dem Weg nach Panama. Mit einem Fensterplazt gesegnet konnte ich die unglaubliche Aussicht beim Anflug auf Panama City am frühen Morgen genießen. Das Meer und die Strände glitzernd in der Morgensonne und dahinter ein Stadtopanorama das New York sein könnte. Man könnte vergessen dass man sich in Zentramerika befindet. Kaum gelandet und das Anschlussgate gefunden, war ich auch schon wieder auf dem Weg in den nächsten Flieger, wieder ein paar Kilometer zurück nach Norden. Wie immer war ich die letzte durch die Immigration und wie immer ist der Beamte schier umgefallen als er auf meine Adresse in Nicaragua geschaut hat. Reparto, Tipitapa? Ob ich da sicher wär?! Das wär nix für Turis. Lachend habe ich ihm dann erklärt dass das schon stimmt aber dass meine Fmaile dort lebt. Da sind ihm dann die AUgen wirklich fast aus dem Kopf gefallen und Kopfschütteln hat er dann seinen Stempel in meinen Pass gedrückt. Noch durch den Zoll und dann in die Arme von Javier fliegen. Ohhhh wie schnell man sich wieder zuhause fühlt. Kaum im Bus fühlte es sich schon so an als wäre ich nie weg gewesen.

Der erste Nachmittag ging dann auch super schnell rum mit, eine Handykarte wollte besorgt werden, Geld musste irgendwo her kommen, Klopapier und Duschgel braucht der Mensch. Das bisschen beschäftigte uns den ganzen Tag bis dann Abends endlich der Zeitpunkt gekommen war auf den ich schon seit drei Jahren wartete. Malindi und Eveline treffen, zwei Deutsche mit denen ich das erste Mal in Tipitapa war waren auch gerade dort (natürlich nicht ganz zufällig sondern unser Treffen dort war schon Jahrelang geplant). Auf Grund von Komunikationsschwierigkeiten im Lande des Kaos, kam am ersten Abend nur Maildi aber das Wiedersehen war unglaublich emotional. UNd genau wie vor Jahren verbrachten wir den Abend in Javiers Zimmer und erzählten und die gleichen Gecshichten wie damals. Am nächsten Morgen war ich schon früh auf, konnte es kaum erwarten endlich Eveline und die Kids der Bibliotek zu sehen. Als ich die Tür der Bibliotek aufmache ist es erst mal ein paar Sekunden totenstill, bevor sich eine Meute Kinder schreien auf mich stürtzt. Mit Freudentränen in den Augen wird jeder einzeln gekuddelt und die erste Frage ist, wann geht der Mathekurs los. Nach einem Tag in der Bibliotek, dem langersehnten Wiedersehen mit Eveline, treffen wir uns Abends bei einem Bekannten wo ich auch endlich alle meine anderen Freunde wiedersehen darf. Malindi und Eveline weihen mich glaich in alle Pläne die sie fuer uns gemacht haben ein und am nächsten Tag fahren wir mit Evelines Gastmutter zum einkaufen nach Masaya. Der als 2-stunden-dauernd geplante Ausflug nahm den ganzen Tag in Anspruch und endete damit dass eine ganze Menge Geld auf unerklärliche Art und Weise verschwand.

Samtag, ein Uhr, waren ich dann mit Eveline, ihrer Schwester die auch mit zu Besuch ist, Malindi, Domingo und JuanCarlos an der Gallera (die Haltestrelle an der großen Straße die nach Managua führt) verabredet. Wir wollten zwei Tage ans Meer fahren. Als wir uns dann dort auch wirklich alle gefunden hatten, stellte sich heraus das Domingo und JuanCarlos bei je nur 4 Euro für den Trip dabei hatten. Also war Geldapren angesagt. Und wo fängt man da an? Beim Transport. Da Trampen in Nicaragua ausserhalb der größeren Städte algemein als sicher gilt, wurde beschlossen bis nach Mangua zu trampen, dann mit dem Bus durch Managua zu fahren und anschließen wieder bis zum Strand zu trampen. Und auch wenn wir gewettet hätten dass uns keine nach Managua mitnimmt dauerte es keine 10 Minuten bis wir hinten auf der Ladefläche einer "Camionetta" (halboffener Jeep ungefähr) saßen und uns die Haare vom Wind durchblasen ließen. 2.50 cordoba (18 cordoba = 1 Euro) gingen für die Busfahrt drauf und dann standen wir wieder am Wegesrand mit hoch erhobenem Daumen. Die nächste Camionetta die anhielt hatte Mangos hinten auf der Ladefläche, aber dass sollte kein Hinderniss sein. Als der nette Mann uns dann 10 km vor dem Strand absetzte hatten wir genug Mangos für die nächsten drei Jahre gefuttert aber immerhin waren wir satt. Da spart man schon mal das Geld
fürs essen. Noch 4 mal mussten wir auf und absteigen bis wir endlich bei Sonnenuntergang am Strand angekommen waren. Sich unterkomlpiziertesten Bedingungen umgezogen gings direkt in den ganz schön kalten und rauen Pazifik und es wurde gebandet bis die Sonne irgendwann ganz verschwunden war.

Jetzt war die Frage, wo übernachten, wir hatten ja Hängematten und ein Zelt dabei, aber da es Ostern war, waren ziemlich viele betrunken Leute überall unterwegs und es erschien uns nicht supersicher sich einfach an den Strand zu legen. Aber dank unserer Sturheit und Ueberredungskust haben wir es dann gecshafft den Besitzer eines Strandrestaurants zu überzeugen uns dort umsonst schlafen zu lassen wenn wir im drei Essen abkaufen. Ausserdem sollte kein Beschützer mit in den Deal eingehen. Die drei essen haben wir uns dann brüderlich geteilt und die Jungs hatten sogar von ihren Mamas noch Gallo Pinto (fretig gekochter Reis mit Bohnen, Nicaraguas Nationalgericht) dabei. Und das wichtigste Flor de Caña, Nicaraguanischen Rum den wir dann mit 9 Liter Cola heruterspühlten. Unsere Beschützer stellte sich als reiner Horror heraus, der war schon als er kam so betrunken dass er kaum lafen konnte und hat die halbe Nacht herumgebrüllt dass wirs Maul halten soll. Unglaublich, und für sowas bezahlt man. Toiletten gabs natürlich auch keine, also ist alle 5 Minuten jemand ins Meer baden gegangen. Kaum ein Auge zugetan, dachte ich mir schlägt jemand mit einem Vorschlaghammer uafn Kopf. Bummm.... Bummm... Bummm grrrrrrrrr nach einer scheinbaren Ewigkeit war ich dann so wütend dass ich aus dem Zelt rausgekrabbelt bin, bereit jemanden ordentlich den Kopf zu waschen. Leider war die Situation eher zu meine Nachteil, es war 5 Uhr morgens und das Restaurantpersonal war wieder da und dabei suaberzumachen. Und da stellte sich heraus dass genau neben unserem Zelt ein Brunnen war um Wasser zu holen, und da stand ein Kerl Mit nem Eimer in der Hand, und PLatsch/Bumm... war der einmer im Loch verschwunden und kam voll wieder hoch. Und dann wieder PLatsch/Bumm... ich dachte ich muss ihm erschießen. Naja wir hatten sowieso versprochen um sechs die das Feld zu räumen, also blieb uns nichts anderes übrig als alles ins Zelt zu schmeißen und mit dem Zelt Richtung Strand zu traben. Dort eine schöne Stelle gefunden ging die Sonne auch endlich auf und wir dachten um die Uhrzeit kann man ja noch keinen Sonnenbrand bekommen, also schlafen wir noch ein Stündchen in der Morgensonne. Naja aus dem Stündchen wurden erst 2 dann 3 und als wir um neun dann unsere letzten Mandarinen frühstückten glichen wir eher Indianerns als "Chelas (weise Europäer)". Daraufhin siegte die Vernunft und nachdem wir noch ein letztes mal baden waren und das Zelt wieder abgebaut hatten, machten wir uns auf den Rückweg. Und wer glaubts, wir hatten wieder mal super Glück, die Hälfte von uns noch im Laden Wasser kaufen, stehe ich an der Straße und hebe der ersten Camionetta den Daumen entgegen und die hält glatt an. Rennend kommen die anderen an und knapp eine Minute spätre sind wir unter der mittlerweile glühend heißen Mittagssonne auf dem Heimweg. Und der Hammer war, dass der Kerl ganz zufällig den gleichen Weg hatte und als wir zwei Stunden später schon in Tipitapa ankamen, waren wir wirklich mehr als positiv überrascht. Den Rest des Tages wurde im dunklen, stickigen, 40 Grad heißen Zimmer von Javier verbracht um unsere arme, verbrannte Haut zu schonen.

Am Dienstag Morgen gings dann um sieben Uhr mit gesammelter Familie und Sack und Pack Richtung Berge. über Ostern fährt Javiers Familie immer den Opa besuchen der in den Bergen wohnt. Als ich vor drei Jahren dort war gabs nur einen Schotterweg und man musste etwader zu Fuß oder zu Pferd die beschwerliche Reise machen. Diesemal gabs jedoch ein lasterartiges Gefährt dass und und ungefär Personen auf der Ladefläche zu dem kleinen Bergdorf transportiert hat. Das kleine Häusschen hat eine offene Feuerstelle zum Kochen und zwei kleine Räume a ca. 20 m2. Es gibt weder Strom noch fließen Wasser. Wasser wird eimerweiße von den Frauen vom ca. 300 meter entferneten Brunnen hersgeschleppt und geduscht und gewaschen wird im nahen Bach. Die Leute Leben von der Landwirtschaft und an Ostern wird nkicht geschafft. Von Dienstag bis Samstag taten wir also absolut gar NICHTS. Und das meine ich wörtlich, weil, es GIBT nichts zu tun. Mittwochs wurde eins der Schweien geschlachtet und die 2 folgenden Tage wurde das Schweinefleisch verarbeitet, bzw. verzehrt. Da ich sonntags schon wieder Richtung Mexiko fliegen sollte, war geplant das fahrende Untier Samtag morgens zu nehmen. Fährt normalerweise um drei Uhr früh. Naja um halb fünf stellte sich heraus dass der Fahrer so betrunken war dass er nicht aufzuwecken war. Und was jetzt?`WIr stenaden bereit seit Stunden mit Sack und Pack und Kleinkind. Die einzigste Möglichkeit war also Laufen, weil ich MUSSTE ja nach Hause. Nach ewig langer Diskussion sind wir ins Nachbardorf marschiert, haben einen verwanten der nen alten Jeep hat aus dem Bett geworfen und beim Morgengrauen waren wir dann endlich auf dem Weg. Nach mehreren Lebensgefährlichen An- und Abstiegen und einer gemeinsamen Schiebeaktion schafften wir es dann wirklich zur Strasse, und kurz darauf fanden wir uns zumsammengequetscht wie Sardinen in der Dose im Bus nach Tipitapa wieder. Todmüde kamen wir dann gegen Vormittag dort an und nach einem langen Tag voller Verabschiedungen und letzter erledigungen machte mich meine Gastschwester schick für meine Abschiedsfeier. UNd was das für eine Feier war. DIe ganze Nachbarschaft und alle Freund waren da, es wurde getanzt gegessen und jede Meneg Rum verzehrt. Als ich um ca. 7.30 morgens von den zwei letzten Gästen nach Hause begleitet wurde stand das Frühstück schon aufm Tisch. Und nach eine sehr notwendigen Dusche und noch mehr Abschieden war ich wieder auf dem Weg nach Guadalajara.

Als ich um kurz vor zwölf Uhr nachts gelandet bin, war ich fast am verhungern und als ich dann mein Subwaybagett bezahlen wollte wurde mir klar dass ich meine Kreditkarte und meinen Schlüssel bei Javier vergessen hatte. Bezahlen konnte ich das essen dann auch nicht weil ich nur noch 50 pesos hatte und sonst aber absolut gar nix! Zum Glück gabs einen Oxxo in der Nähe (ein Allesverkäuferladen) und dann hab ich dort von meinem letzten Geld mein Handy aufgeladen und einen Bekannten angerufen der mich dann auch wirklich 2 Stunden später abholen kam. Hätte das nicht geklappt wärs dum gewesen da sich sämliche Taxis geweigert hatten mich ohne Geld mitzunehmen. Als ich dann kurz nach zwei einen Riesenlärm vor dem Haus gemacht habe um meine Mitbewohner zu wecken, muss mein Kumpel gedacht haben dass ich einen Vollschaden habe. Aber hat alles geklappt und weig später war ich so todmüde im Bett dass ich meine Wecker der um fünf klingelte zum aller ersten mal überhört hab. Naja ein Montag ohne Uni ist auch ein guter Montag :-).

Jetzt ging der erst des Lebens wieder los, gerade hab ich meine erste Zwischenprüfung für diese Studienperiode rum und geh gleich reiten. Die dreisig Grad hier in Guadalaja kommen mir nach Nicaragua fast kallt vor.

Liebe Grüße an euch alle.
Eure Sarah

Eingestellt von Sarah_S 08:56 Archiviert in Mexiko Kommentare (0)

Wo sind all die 60 Tage hin...

... 2 Monate schon hier!

sunny 30 °C

Unglaubliche 2 Monate sind vorbei. Unglaublich nicht nur wegen allem was mir mal wieder passiert ist und was ich erleben durfte, unglaublich auch weil es sich anfühlt als sei ich gerade erst angekommen. Vieleicht ist es normal dass die Zeit wenn es einem gut geht schnell vergeht, vielleicht ist es auch normal das 2 Monate für einen Erwachsenen viel schneller vergehen wie für ein Kind, trotzdem geht es mir zu schnell. Manchmal möchte ich einfach die Welt anhalten und einmal durchatmen bevor mich wieder eine Flut von Eindrücken und Erlebnissen überschwemmt.

Einen Alltag habe ich hier immernoch nicht gefunden. In der Teorie habe ich meine Woche sehr gut strukturiert doch in der Praxis passieren jeden Tag so viele Sachen dass ich oft nicht einmal die Hälfte schaffe von was ich mir vorgenommen habe. Das hört sich vielleicht an wie Stress aber ich muss sagen dass ich mich solangsam an das Tempo hier gewöhne und auch wenn ich nie weiss wie ich mit allem fertig werden soll so schlägt es mir nicht auf den Magen, sonder ich muss oft mit einem Lächeln einsehen dass ich nicht immer alles machen muss.

Ich werde euch mal über meinen teoretischen Alltag kurz erzählen. Montags, Mittwochs und Donnerstags fängt die Uni um 7 an, das bedeutet am Abned davor duschen und um 5:35 aufstehen, sich anziehen, Zähne putzen, aus dem Haus stürmen und durch die Nacht zur Bushaltestelle sprinten. Nach fast einstündiger Fahrt hohle ich mir an der Tankstelle vor der Uni meinen morgentlichen Kaffe und mein Fruehstück (machmal Schokoladendonut meistens einen Yogurt) und komme gerade noch vor dem Gong ins Klassenzimmer. Schule ist immer schon um 11 wieder vorbei und dann fägt mein Tag erst richtig an. Montags und Donnerstags versuche ich zu schwimmen, in letzter Zeit ahbe ich das etwas vernachlässigt da mein Körper unbedingt zumindest ein paar Stündchen Schlaf am Tag haben möchte. Dinstags und Donnerstags tanze ich dann Abend Ballet und das macht unheimlich Spass. Wir sind nur ca. 7 Personen davon 3 richtig hübsche, leider homosexuelle, Kerle und der Lehrer schafft es wirklich sogar mir etwas beizubringen. Dienstags habe ich ausserdem noch extra spanisch Unterricht. Ausserdem gehe ich so gut wie jeden Tag reiten. Es gibt eine wunderschöne Reitschule sehr nah an unsere Uni und ich verbringe fast 2 Stunden täglich im Stall. Dort arbeiten ne ganze Menge junger Mexikaner und wir haben unheimlich viel Spass zusammen. Die Leute hier die Pferde haben pflegen sie nicht selber oder kümmern sich um sie. Man kommt zum Reiten, da muss dann das Pferd gesattelt und fertig sein und wenn man geritten hat gibt man es wieder ab. Die finden es immer total lustig dass ich Zeit und Lust habe mich mit ihnen zu unterhalten und mein Pferd selbst fertig zu machen. Die Stute die ich reite heisst Atletica und ist schneeweis, superhuebsch aber ärgert mich fast jeden Tag. Mitlerweile darf ich sogar schon die ersten Hindernisse springen und gerade heute Mittag habe ich einen sehr gut aussehenden jungen Mexikaner mit seinem Pferd gesehen. Es gibt doch immer was zu gucken.
Bei all dem Freizeitstress bleibt oft nicht viel Zeit fuer Hasuaufgaben oder Schlaf. Ausserdem bin ich seit ca. 2 Monaten jede Woche zwei mal bei Zahnarzt. Keine übertreibung. Wirklich. Ich habe anfang des Jahres führchterliche Zahnschmerzen bekommen und musste eine Wurzelbehandlung bekommen und das zieht sich jetzt schon Ewigkeiten hin. Aber mitlerweile bin ich gut mit dem Zahnarzt befreundet .
Von Guadalajara selbst habe ich erst wenig gesehen. Die letzten Wochenenden waren wir immer im Ländle unterwegs um so viel wie möglich zu sehen.

Die ersten zwei Wochenenden hatte ich mir in Kopf gesetzt ein alten Käfer zu kaufen. Hier fahren so viel herum und sie sind so billig dass ich dachte ich muss einfach einen haben. Also haben wir Jony unseren mexikanischen Mitbewohner und Vermieter darauf angesetzt uns einen Vocho (so heiβen die hier) zu finden. Wir sind dann übers Wochende in seine Heimatstadt gefahren und wisst ihr was dann passiert ist? Wir sind durch die ganze Nachbarschaft gefahren und jedesmal wenn wir irgendwo einen Käfer gesehen haben der mir gefällt haben wir angehalten, an die Türe geklopft und Jony har versucht die Besitzer zu überzeugen ihr Auto auf der Stelle zu verkaufen. Die ersten Male dachten wir noch das wäre ein Scherz aber nach ner Weile haben wir eingesehen dass man hier so Autos kauft. Leider sind wir das ganze Wochenende über nicht fündig geworden und so kam das nächste wo wir auf eine Art Autoflomarkt sind. Sowas hatte ich auch noch nicht gesehen, Autos, Autos und nochmal Autos, alles auf einem Fuβballfeld groβen Platz aus Staub. Und auf jedem Auto steht groβ der Preis drauf. Dann wird mit dem jeweiligen Verkäufer verhandelt und dann wird Probve gefahren. Und endlich durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Käfer fahren. Um Gottes Willen. Ich die dachte sie könnte Auto fahren. Einer war so alt dass man alle 500 Meter den Motor wieder anmachen musste, also mit der Hand am Schlüssel fahren, der nächste hatte keine Ausenspiegel und der dritte hatte nur eine Fahrersitzt und sonst nix. Und Sicherheitsgurte hatte sowieso keiner. Und dass in dem lebensgefährlichen verkehr hier in Mexiko. Einfach nicht was ich mir so gedacht hatte. Einfach lebensgefährlich. Glücklich endlich mal Käfer gefahren zu sein und enttäuscht dass ich dann doch einsehen musste dass es sichere ist Bus zu fahren, musste ich dann die Idee vom eigen Vocho begraben. Anstatt im eigenen Auto gings dann im Luxusbus wieder nach Guadalajara mit 2 kilo Erdbeeren in der Tasche die ich gerade noch fuer ein bisschen mehr als einen Euro ergattert hatte. Als ich dann ganz glücklich anfangen wollte sie zu vertilgen, schüttlet Jony nur den Kopf, ob ich den nicht wüsste dass man die erst in Chlor desinfizieren müsste. Na da ist mir der Appetid dann schön vergangen.

Das Wochenende danach hatten die ganzen Austauschstudenten hier geplant an den Strand zu fahren. Es gibt hier zwei unterschiedlich konkurierende Studentenorganisationen. Die für die ich mich entschieden hatte, fuhr mit 3 vollen Bussen los, über 150 Personen. Mir wurde glich im Bus klar das das vielleicht nicht ganz so ein entspanntes Wochenende werde wüβrde wie gedacht. Die meisten waren schon so betrunken dass sie kaum in den Bus rein gekommen sind. Nach 12 stündiger übernachtfahrt kamen wir dann auch an. Die Buscht war auch wirklich schön aber… man konnte im Meer nicht schwimmen wegen den Stömungen. Entäuschung Nummer eins. Dann kamen die Zelte, wir wustten dass wir Zelten würden, kein Pronblem, nur dass uns gesagt wurde dass alles bereitgestellt würde. Naja so wars nicht ganz, kein Schlafsack , keine Isomatte, ein grosses EinmannZelt fuer dreoi Personen und kein Essen, aber FREIE BAR. Unglaublich. Was sich die Orgaisatöre gedacht haben muss man sich auch fragen, es hat nciht lange gedauert bis die ersten im Krankehaus gelandet sind. Naja ich hatte zum Glück meine zwei schwedischen Mädels und zwei Autralierinnen die es auch lieber ruhig angehen lassen und wir haben es dann trotz allem übel um uns rum geschafft zwei einigermaβen ruhige Tage zu verbringen. Auf dem Heimweg hat sich dann auch dass übernachten auf bloβem Boden ohne Schlafsack bemerkbar gemacht und ich wurde ganz ordentlich krank.

Das Wochende drauf sollte ich dann endlich meine Mexikanischen Freunde die ich in Puerto Vallarta über Neujahr kennengelernt hatte wieder treffen. Mittlerweile hatte sich auch mein Spanisch ganz ordentlich verbessert sodass ich mich echt darauf freute mich mal richtig mit ihenn unterhalten zu können. Dom, mein englischer Mitbewohner hatte Besuch bekommen von Sarah einer Freundin die in Berlin wohnt, und mit ihr fuhr ich Freitags nach Guanajato. Das ist eine kleine Stadt in den Bergen die UNESCO Weltkulturerbe ist und ich hatte schon lange vor mal endlich dorthin zu fahren. Da die Busfhart natürlich viel länger als die versprochen 3 Stunden dauerte kamen wir leider erst sehr spät an, aber das machte gar nichts. Die Stadt ist einfach wunderschön, fast schon wie Spanien oder Italien, kleine Gässchen, buten Häuser, alles am Hang, viel Kirchen, Museen ubnd Kaffes. Also perfekt um es sich einfach gut gehen zu lassen. Am nächste Tag machten wir einen fliegenden Wechsel, Sarah fuhr ab und Buschra meine andere Mitbewohnerin kam an. Es war ihr Geburtstag und wir verbrachten die ersten Stunden des Tages mit einem ausgiebigen Brunch mit vielen Crépes. Guanajato ist bekannt für seine Silbermienen und sein Mumienmuseum. Da unsere Bäuche ziemlich vollgegessen waren, entschieden wir uns fuer das Mumiemmuseum. Echt gruselig dass die Menschen einfach so nach ein paar Jährchen aufm Friedhof wieder ausgegraben haben. An den Mumien sind die Nägel, Haare und die Haut teilweise noch dran. Nachdem wir das dann auch gesehen hatten ging es mit dem Bus weiter nach Queretaro, einer anderen sehr hübschen Kolonialstadt wo meine Freunde leben und wo wir Jony, Sarah und Dom wiedertrafen. Das Sightseeing in dieser Stadt lief etwas anderst als erwartet ab, aber ich hatte nicht bedacht dass unserer Turistenführer ja Mexikaner sind. Von der ganzen Stadt habe ich nichts gesehen aber dafür jede nur erdenliche Bar und jeden guten Tacostand. Nacdem wir dann alle mal den lokalen Schnaps probieren mussten gings tanzen und zwar die ganze Nacht. Uns hat es dann gerade noch heim ins Hostal gereicht, zum duschen und umziehen und dann mussten wir auch schon auschecken. Mit einem Kopf so schwer dass man kaum gerade ausschauen kann und einem Kopfweh dass jeder Aspirin trotzte, haben wir es trozdem geschaft zumindest noch das Aquadukt und die Katedrale anzuschauen, bevor wir uns dann geschlagen gegeben haben und frueh in den nächste Bus Richtung Guadalajara gestiegen sind.

Seit Wochen hatte ich einen Artikel der National Geografic im Kopf wo über Milljonen von Schmetterlingen die in Mexiko überwintern berichtet wurde. Als ich dann endlich eimal die Zeit hatte das ganze genauer zu untersuchen stellte sich heraus dass die ganz in der Nähe von uns sind und auserdem ganz nah an Morelia, einer Stadt die zu den schönsten Mexikos zählen soll. Also Samstag morgens auch um 5 Uhr aufgestanden, Buschra eingepackt und in den nächsten Bus Richtung Morelia. Mit unheimlich hohen Erwartungen sind wir dann auch recht bald angekommen und leider wurden wir etwas entäuscht. Die Stadt war ganz nett aber für eine Europäer der alte Häuser täglich sieht nicht besonderes. Also wurde der Plan kurzfristig geändert, kein Stadtbesichtigung sondern auf zum Markt. Und das war wiklich toll, es iwrd dort alles verkauft, von vor Fett trofenden Quesadillas bis zu Kunsthandwerk, con Musikinstrumenten bis zu Schmuck. Und nicht zu vergessen Süssigkeiten, an jeder Ecke Süssigkeiten. Die Zeit ging scheller rum als gedacht und als wir wieder aus der Markthalle rauskamen war es schon dunkel. Auf dem Markplatz war Livekonzert und Folksfest gleichzeitig und nachdem Buschra sich ein paar blinkende Teufelshörner gekauft hatte, gings früh ins Bett.

Am nächsten Morgen waren wir um vier Uhr in der Früh schon auf dem Weg. Heute solten endlich die Schmetterlinge angeschaut warden. Nach 4 stündiger Busfahrt wurden wir dann in einem kleinen gottverlassenen Dorf abgesetzt wo wir uns dann an wüteneden Martschreiern vorbeidrängen mussten, bis hin zu einer Gruppe Männer die verdächtig um einen alten, schrottreifen Volkswagenbus herumstanden. Und tatsächlich das war der nächste Bus. Nochmals eine Stunde durch die Pampa qured wir mitten im Nirgendwo abgesetzt und uns wurde versprochen dass bald ein Taxi kommt. Zum Glück waren wir zu zweit dann sind solche Situationen immer lustiger als allein. Und kaum zu glauben, es kam ein Taxi und nach einer unendlich lang scheinene Fahrt, wir waren mit ich wies nicht wie vielen Leuten in die Hinterbank geklemmt worden (es saβ sogar einer im Kofferraum!), kommen wir an einem ganz kleinen Häuβchen am Fuβe eines Berges an. ANGEKOMMEN. Etwas verdutzt dreischauend kletterten wir aus dem Auto. So verlassen wie es am Anfang aussah wars dann doch nicht. Es kamen gleich jede Menge Guides die erst mal Eintritt verlangt haben (Eintritt vofür?) und dann gleich noch mehr um uns zu den Schmetterlingen zu begleiten. Auβerdem hatte eine kleine alte Frau ihren Tacostand aufgebaut und wir stärkten uns erst mal. Danach ging es in glühender Hitze drei Stunden den Berg hoch, wir dachten echt mehrere Male wir müssten umkehren. Aber dann wurden wir belohnt. Millionen von Schmetterlingen, fliegend, sitzted und schlafend an den Bäumen. Erst versteht man gar nicht dass es Schmetterlinge sind, weil die Bäume sind halt einfach orange, wie bei uns im Herbst. Aber es sind keine Blätter, sondern Schmetterlinge! Einfach toll. Todmüde sind wir den den Berg wieder runtergetorkelt, hätten uns vor lauter Müdigket noch fast die Beine gebrochen und haben dann anschlieβend auch noch unseren Bus nach Hause verpasst. Aber mit ein paar Tränen und Gebettel haben wir es geschaft uns auf den nächsten Bus buxhen zu lassen und kamen um 3 Uhr morgens wieder in Guadalajara an. Um fünf klingelte dann der Wecker, Zeit wieder in die Schule zu gehen.

Und nun war es auch schon soweit, endlich! Ach was hab ich gewartet. Mein erster Besuch! Die Andi kam vor 10 Tagen angeflogen. Nachdem es hier in guadalajara seit ein paar Tage immer mal wieder heiβ hergeht, war es etwas schwierig mit den Bussen und ich kam zwei Stunden zu spät zum Flughafen. Total entnervt dass die Andi vielleicht schon weg ist, sie hatte nichtmal Adresse oder Telefonnummer, kam ich angerannt. Aber die Andi saβ schlafen in einem Kaffe. Nach überglücklichem Wiedersehen nahmen wir uns dann ein Taxi heim und nach ihrem langen Flug war es auch erst mal ein kurzer Abend und wir gingen früh ins Bett. Die nächsten Tage hatte ich leider Schule sodass Andi die Stadt selbst erkunden musste, aber das hat sie super hinbekommen und auch ohne die leiseste Ahnung von unserer Adresse zu haben, hat sie jeden Tag wieder heimgefunden. Letzt Mittwoch haben wir dann einen Ausflug nach Tequilla gemacht. Dort wird aller Tequilla der Welt hergestellt, und wieviele Sorten es gibt. Unglaublich. Wir gönnten uns dann eine Tour wo wir alles über die Herstellung gelernt haben und jede Menge probieren durften. Etwas beschwippst wurden dann noch Souveniers gekauft bevor der Tag auch schon wieder vorbei war. Noch zwei Tage Schule und dann wollten wir am Freitag los ans Meer. Andi hatte sich gewünscht ein paar Tage ans Meer zu fahren. ALs ich dann am Freitag schon früh aus der Schule heimkomme denke ich noch, komisch das kaum einer auf der Strasse ist. Und dann mach ich die Nachrichten an und was höre ich da? Der Regierung fiehl es doch wirklich ein hier die rechte Hand von Guadalajarars Drogenboss zu verhaften, grad ein paar Blocks von der Schule. Naja da kann man sich natrlich vorstellen was dann den ganzen Tag hier los war. Die Drogengäng wollte die Polizei und das Militär daran hindern den Kerl in die Hauptstadt in Gefängsnis zu bringen also haben sie einfach mal alle möglichen Busse die sie in die Hand kriegen konnten als brennende Strassensperren verwendet. Den ganzen Freitag konnte man nicht raus, die Stadt war wie tod, es gab keinen Busvekehr und nix. Also nichts mit an den Strand fahren. Aber Samstag morgen um fünf war wieder alles normal und wir saβen endlich im Bus auf dem Weg. Mittags kamen wir dann endlich an unserem supersüβen Hotel an. Privater Strand, Terasse mit Meerausblick, Pool der im Meer zu enden scheint. Paradies. Dass hatten wir uns auch echt verdient. 4 Tage einfach nur nichts tun, lecker essen, Stunden quatschen, bräunen und im Pool oder im Meer baden. Einfach toll. Und gestern gings dann auch schon wieder heim. Kaum angekommen wurde auch schon gepackt und Andi verschwand so schnell wie sie gekommen war. Ich kanns noch gar nicht fassen dass sie wirklich da war. Alles ging so schnell. Nur das die Wohnung viel leerer wirkt auf einmal.

Und hier sitzte ich jetzt, es ist schon Abend. Ich warte auf einen Freund mit dem ich noch ein Bierchen trinken gehen werde und dann gehts in die Haia. Es ist schon nach neun, eigentlich sollte ich schon schlafen weil um fünf klingelt der Wecker, aber Guadalajara schläft nie und irgendwie ist das ansteckend!

Eingestellt von Sarah_S 20:19 Archiviert in Mexiko Kommentare (0)

Endlich eine Wohnung...

... die Schule fängt an.

sunny 28 °C

I meinem neuen Zuhause in Guadalajara
11:30 Ortszeit 09-01-12

Schwer zu glauben, aber hier sitzte ich jetzt wirklich, hier wo ich wartscheinlich die nächsten Monate zuhause sein werde. Nach intensiver Suche habe ich endlich etwas gefunden und die Uni hat begonnen.

Ich bin am Montag erst relativ spät von Puert Vallarta nach Hause gekommen. Ich bin wirklich jemand der gerne Bus fährt, ich genieβe die Stunden wo man Ruhe und Frieden hat, wo man Musik hören kann und wirklich einmal Zeit für sich selbst hat. Ausserdem finde ich dass busfahren ein gute Art und Weise ist das Land kennezulernen, man kan sehen wie sich die Landschaft verändert und was es alles so um einen herum gibt.Man sieht wie es auf dem Land aussieht, dort wo nicht alle Turisten anhalten. Obwohl ich erst seit zwei Wochen hier bin merke ich schon jetzt dass ich viel enspannter bin als daheim, hier geht einfach alles viel langsamer und das ist wirklich gut für die Seele.

Am Dienstag Morgen war doch mein guter alter Bekannter ”der Stress” sehr gegenwärtig. Am Mittwoch fing nämlich schon die Uni an und ich hatte die Wohnungsfrage eine ganze Weile vor mir her geschoben. Deshalb verbrachte ich den ganzen Diestag vor meinem kleinen Netbook. Es ist wirklich super schwer, man hat keine Ahnung wo man anfangen soll zu suchen, welche Gegenden in der Stadt sicher sind, was ein vernünftiger Preis für ein Zimmer ist, was alles in die Miete eingeht und was man überhaupt so erwarten kann. Dass ich ausserdem selbst keine Ahung hatte was ich überhaupt haben will, machte die Suche nicht gerade leichter. Abends hatte ich es dann trots allem geschafft jede Menge Wohnungsbesichtigungen für die nächsten Tage einzuplanen und Najib, der andere Deutsche der auch an meiner Uni studieren wird, war zurück nach Guadalajara gekommen und wir machten aus, dass wir am nächsten Tag zusammen in die Schule fahren würden.

Unheimlich früh machten wir uns am Mittwoch auf den Weg zur Uni, bloβ nicht zu spät kommen, nicht am ersten Tag, wird sind immerhin aus Deutschland! Bewaffnet mit vier unterschiedlichen Stadtplänen und noch dazu einer Karte der unterschiedlichen Busrouten konnte ja nichts schiefgehen. Bis auf dass es keine Abfahrtszeiten und Bushaltestellen gibt, war es auch ganz einfach den Weg in die Schule zu finden. Der Bus fährt mehr oder weniger direkt (hält an JEDER Straβenecke aber immerhin muss man nicht umsteigen) und nach einer guten Stunde konnten wir die Uni auch nicht übersehen. Als mittlerweile ganze Gruppe Austauschstudenten stiegen wir aus und mussten erst mal durch eine Sicherheitskontrolle bevor wir auf den Campus konnten. So eine Luxusuni hab ich noch nicht gesehen, kein Wunder dass das hier Mexikos teuerste Universitet ist. Wir wurden im groβen Kongresszentrum empfangen wo die Klos aus Marmor sind. Wir sind ungefähr 130 Austauschschüler von total 7000 Studenten und die meisten kommen entwerder aus Deutschland oder Frankreich. Wir bekamen erst mal Frühstück während wir darauf warteten dass alle eintrudelten, dann wurden wir mit einer dreistündigen Einführung geplagt, wo wir alles erfahren häten sollen was wir wissen müssen. Lasst es mich mal so sagen, Information in Deutschland und Information in Mexiko sind nicht unbedigt das gleiche und nach der Einführung war die Verwirrung eher gröβer als davor. Immerhin hatte ich endlich die drei Schwedinnen die es anscheinend geben sollte ausfindig gemacht. Nach einem superguten, typisch mexikanischem Mittagsessensbuffe mit Livemusik wurde uns der ganze Campus gezeigt. Er ist wirklich supergroβ, ein Parkplats so dass auch wirklich der letzte einen Parkplats findet, jede Menge Klassenräume, eine ganz modern Bibliotek, mindesten zwei Tennisplätse, Fussballsplats, 4 Basketballplätze, ein 50 Meter Schwimmbecken, zwei Fitnessstudios und ich weiβ gar nicht mehr was noch. Müde von all den vielen neuen Eintrücken kamen wir erst wieder nach Hause als es schon Abend wurde. Kaum i Hostel angekommen, war ich auch schon wieder auf dem Weg. Endlich sollte ich meine erste Wohnung anschauen. Um sechs wollten wir uns treffen. Nach jeder Menge Sucherei fand ich das Haus ein paar Minuten vor sechs. Keiner machte auf. Kurz vor sieben gab ich es dann auf und war ganz schön niedergeschlagen wieder auf dem Weg ins Hostel. Versuch 1: Missglückt . Im Hostel erholte sich meine Stimmung aber gleich wieder, ich traf nämlich eine kanadischen Extremsportler, der mir total wahnsinnige Videos und Bilder zeigte. Etwas besserer Laune war ich früh im Bett, die Uni fing schon um halb neun an am nächsten morgen und wir hatten deutlich mehr als seine Stunde dorthin gebraucht.

Am Donnerstag bekamen wir endlich etwas sinnvolle Information. Die sind hier echt seht streng, es herrscht Anwesenheitspflicht und wenn man mehr als 2 Wochen fehlt, ganz egal ob man krank ist oder was auch immer, dann fliegt man raus und darf keine Prüfungen schreiben. Falls man jedoch ein extrem guter Schüler ist oder in einem der Sporttteams mitmacht darf man 3 Wochen fehlen. Wenn man mehr als 10 Minuten zu spät kommt gilt das als ob man nicht anwesend ist. Echt der Hammer.

Am Nachmittag sollten wir dann endlich unsere Stundepläne bekommen. Ich war um drei dran und hatte meinen ganzen Tag danach geplant. Rechzeitig dort bekamen wir einen ordentlichen Schock, alles war mindestens eine Stunde verspätet. Um vier waren weit und breit noch keine Stundenpläne in Sicht und als ich um halb sechs endlich einen losen Zettel mit meinen Uhrzeiten für die Kurse unteschreiben sollte kam ich mir schon etwas verkuckeiert vor. Mein ganzer Tagesplan war zerstört. Ich war schon mehrere Stunden zu spät zu einigen meiner Wohnungsbesichtigungen. Und dann schauete ich mit den Stundenplan erst mal richig an. Ich fange um SIEBEN Uhr morgens an!!!! Unglaublich. Ich dachte ich falle in Ohnmacht. Zumindest bin ich vor zwölf ferig und zwar jeden Tag. Das macht es fast wieder gut, aber wirklich nur fast. Als wir dann endlich gehen durften, trafen Najib und ich auf einen Kerl der den Internationellen Studnenten dabei hilft Wohnungen zu finden und der selbst ein paar groβe Häuser für Studenten verwaltet. Er bot uns an, uns seine Häuser zu zeigen und mich ausserdem noch zu allen meinen Wohnungsbesichtigungen zu fahren. Da merkt man dass man in Mexiko ist. Kurz nach sechs saβen wir dann auch wirklich in einem rechts so luxeriösem Auto, auf dem Weg durch die Stadt kutschiert zu werden. Dass ich mehere Stunden zu spät die Wohnungen anschauen kam, störte hier keinen. Um elf Uhr gaben wir auf, nach fast 10 Zimmern hatte ich noch immer nichts gesehen was ich mir auch nur im entferntesten vorstellen konnte. Aber zumindest wusste ich nun was ich will. Eine kleine Wohnung in einer sicheren Zone, braucht nicht luxeriös sein aber es soll ruhig sein und es sollen gerne Mexikaner dort wohnen. Alles was ich gezeigt bekommen hatte, waren rieβen Häuser für so ungefär 15 Personen und alles 20-jährige Austauschstudenten. Nicht gerdae mein Ding. Wir beendeten den Abend in einer kleinen Bar mit ein paar mexikanischen Bieren und lernten Miguel (unseren Fahrer) etwas besser kennen. Super netter Kerl. endlich mal jemand in meinem Alter und noch besser ... er klettert. COOL. Dann kan ich endlich hier auch anfangen. Miguel bot uns dann auch wirklich noch an, am nächsten Tag nochmals Chaufför zu spielen. Perfekt.
Freitag hatten wir frei und ich konnte deshalb den ganzen Tag mit Wohnungsuche verbringen, aber auch da war nichts für mich dabei. Ziemlich entnervt und entäuscht packte ich am Samtag morgen mal vorsorglich meine Koffer, nur um dem Schicksal einen Wink zu geben, dass ich jetzt sofort etwas brauchte! Um elf hatte ich meinen letzten Besuch eingeplant und war schon am aufgeben als ich mir die Adresse geben lieβ. Und endlich war mein Glück zurück, genau nach was ich suchte, naja fast. In der sichersten Gegend in der Stadt, zwei kleine Wohungen, wo zwei Mexikaner,ein Engländer der spanisch spricht und eine Belgierin wohnen. Eine richtig kleine WG, das einzigste Problem: nicht ganz so sauber, es gibt fast kein Licht (noch nicht), noch kein Internet, noch kein fliesend Wasser (in einer der Wohnungen), etc. Aber das störte mich nicht. Ich sagte direkt zu und eine Stunde später war ich mit Sack und Pack auf dem Weg und eingezogen. Kaum ausgepackt und heimisch geworden, war ich auch um acht Uhr schon im Bett. Mitten in der Nacht klingelte mein Handy, Mike den ich vor ein paar Tagen kennengelernt hatte, meinte es wär spontan Willkommensfest irgendwo und ich sollte mich dorthin bewegen. Also aufgestanden, geduscht, angezogen und um kurz nach eins hatte ich dann auch hingefunden. Um kurz vor drei hatten meine Freunde es dann auch geschafft und es wurde ein super cooles Fest. Das beste war jedoch um sieben Uhr morgens in meine neues Zuhause heimzukehren und in meinem eigen Bett einzuschalfen.

Sonntag verbrachte wir (meine neuen Wohnungsmittbewohner und ich) damit Groβeinkauf zumachen: Auch wenn alles hier billig ist, war die Rechnung ganz ordentlich am Schluss, aber man braucht ja wirklich alles. Der Satz des Tages kam von Jony (mein mexikanischer Vermieter). Ich war gerade dabei eine Klobürste einzupacken und da sagte er: ”Sowas brauchst du nicht, die Frau die einmal die Woche für uns putzt hat so eine.” Unglaublich!

Mit dem Hintergedanken dass die Schule morgen richtig losgeht und zwar um sieben und dass es eine gute Stunde dauert hinzufahren war ich früh im Bett und diesesmal weckte mich keiner.

Eingestellt von Sarah_S 10:01 Archiviert in Mexiko Kommentare (0)

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